Reithofer gegen Frühpensionierungen

23. Februar 2005, 13:08
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Aufsichtsrats-Chef: "Es ist nicht opportun, dass 10.000 Leute frei gesetzt werden"

Wien - "Es ist nicht opportun, dass 10.000 Leute frei gesetzt werden, genauso wenig ist es opportun, dass 10.000 Leute auf ewige Zeiten unter einen Quargelsturz gestellt werden." So skizziert Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer in seiner Funktion als ÖBB-Aufsichtsratspräsident das Problem der Bahn. Daher müsse jetzt über Möglichkeiten der Flexibilisierung bei den Eisenbahnern verhandelt werden, es müsse möglich sein, Mitarbeiter zumindest an andere Unternehmen zu "verleasen".

"Je weniger Erfolg bei den Verhandlungen, desto mehr ist der Gesetzgeber gefragt", bringt es Reithofer auf den Punkt. Gewerkschaftschef Wilhelm Haberzettl führe ein Rückzugsgefecht und das sei für alle eine sehr, sehr schwierige Situation. Die Golden-Handshake-Aktion, bei der bis zu 23 Monatsentgelte an Abfertigung gezahlt werden, hält Reithofer für eine gute Idee. Für die Frühpensionierungen hat er Verständnis, weil die Bahn keine Alternative habe. Prinzipiell sei er aber "absolut gegen weitere Frühpensionierungen." Daher sollte vorerst Schluss sein damit.

Von der Strategie der neun ÖBB-Gesellschaften sollte man keine "großen Überraschungen erwarten, die seien erst am Anfang. Beim Bahnausbau plädiert er für einen forcierten Ausbau der Westbahn und Wien-Bratislava. Die Entscheidungen treffe zwar die Politik, die Bahn habe aber ein starkes Interesse am Ausbau gewinnbringender Strecken. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.2.2005)

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