Wienerberger baut weiter aus

23. Februar 2005, 12:54
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Dem Rekordergebnis 2003 folgt eine Rekordbilanz 2004: Der weltgrößte Ziegelkonzern setzt Häuser auf die Baumärkte Belgien, Holland, Frankreich und die USA

Wien - Nach der Voest legte am Dienstag Wienerberger ein Rekordergebnis für 2004 vor. Der seit dem Ausstieg von BA-CA und Koramic vollständig im Streubesitz befindliche Ziegelkonzern hat deutlich besser verdient und will die Dividende von 77 Cent auf mehr als einen Euro je Aktie anheben. "Es können 1,01 sein oder 1,05 - es steht noch nicht fest", sagte Wienerberger-Generaldirektor Wolfgang Reithofer am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Lokomotive Osteuropa

Dank zahlreicher Akquisitionen - neben kleinerer Ziegelwerke kaufte Wienerberger Thebrickbusiness in Großbritannien und die zweite Hälfte von Koramic Roofing - stieg der Konzernumsatz um 14 Prozent auf 1758,3 Millionen Euro und das Betriebsergebnis (Ebit) um 38 Prozent auf 257,2 Millionen Euro. Wachstumslokomotive war Osteuropa, was sich am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ablesen lässt, das von 334,6 auf 405,4 Mio. Euro stieg. Davon kommen 35 Prozent aus Zentral-Osteuropa, 21 aus Zentral-Westeuropa.

"2004 war ein tolles Jahr für uns", schwärmte Reithofer. "Sehr gute" Absatzmärkte waren demnach auch Schweiz und Italien, während Deutschland einmal mehr als schwach klassifiziert wird. Weitere Zukäufe in den Sparten Ziegel-Dach-Wand sind geplant. "Sie können aber nicht damit rechnen, dass wir in den nächsten zwei Wochen einen größeren bekannt geben", gab sich Reithofer bedeckt. "Es ist wie beim Lotto: Alles ist möglich."

270 Millionen Euro zur Verfügung

Zur Verfügung stehen dafür rund 270 Mio. Euro, die nach Abzug der Dividendenzahlung (70 Mio. Euro) und zusätzlicher Verschuldung aus dem Free Cash Flow übrig bleiben. Darüber hinaus könne der Konzern seine Verschuldungsquote kurzfristig und vorübergehend von 60 auf "80 bis 100 Prozent erhöhen", so dass bis zu 540 Mio. Euro zur Verfügung stünden, rechnete Reithofer vor. Für eine Kapitalerhöhung müsste es sich aber um "ein echtes Megaprojekt" handeln, das nicht anders finanzierbar sei. Die Kapitalaufstockung im Mai 2004 brachte 231 Mio. Euro, die Zahl der Aktien erhöhte sich von 65 auf 74 Mio. Euro.

Zielgebiet für die Akquisitionen seien West- und Nordwesteuropa sowie die USA. Einen größeren Zukauf im deutschen Dachziegelmarkt wollte er nicht ausschließen, schränkte aber ein: "Der Kauf eines 'Zwerg- und Elendsbetriebs' ist sinnlos, wenn sich dabei nicht auch eine Konsolidierungsmöglichkeit bietet."

In Bulgarien will Wienerberger künftig eigene Werke betreiben, der Einstieg erfolgt mit Exporten aus Rumänien, parallel dazu wird ein passender Standort gesucht; detto in der Ukraine. Um sich die Latte selbst nicht zu hoch zu legen, soll das Ergebnis 2005 um "mindestens zehn Prozent" steigen. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.2.2005)

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    Wienerberger-Vorstandschef Wolfgang Reithofer (l.) und Vorstandsmitglied (COO) Johann Windisch.

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