Dritter deutscher "Unparteiischer" gesperrt

21. Mai 2005, 21:34
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"Dringender Tatverdacht" der Manipulation bei zwei Spielen - DFB ordnet erstmals Neuaustragung geschobener Partie an

Frankfurt/Main - Nach Torsten Koop hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Zuge der Wett- und Manipulationsaffäre mit Dominik Marks einen weiteren Schiedsrichter gesperrt. Dem 24-jährigen Berliner wird nach DFB-Angaben vom Dienstag zur Last gelegt, "mit Kunden von Wettbüros Verabredungen zur Manipulation von Spielen der 2. Bundesliga und der Regionalliga getroffen zu haben".

Des weiteren verfügte das Sportgericht zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Profi-Fußballs eine Spielwiederholung vor einem kriminellen Hintergrund. Die durch Schiedsrichter Robert Hoyzer für 30.000 Euro am 22. Oktober 2004 geschobene Zweitliga-Partie LR Ahlen - Wacker Burghausen (1:0) neu ausgetragen. Ein möglicher Präzedenzfall ist also da.

Anwerber

In Sachen Manipulator Marks nannte der DFB nannte die Begegnung zwischen dem Karlsruher SC gegen den MSV Duisburg vom 3. Dezember 2004 sowie das Spiel zwischen Hertha BSC Berlin Amateure und Arminia Bielefeld am 11. August 2004. Angesichts der Aussagen des Hauptbeschuldigten Hoyzer sei laut DFB "ein dringender Tatverdacht" gegeben.

Marks wird auch verdächtigt, am 14. Jänner 2005 zusammen mit dem in Berlin in Untersuchungshaft sitzenden Hoyzer im Rahmen der Schiedsrichterhalbzeittagung in Frankfurt versucht zu haben, den Bundesliga-Schiedsrichter Koop für die Manipulation von Spielen der Lizenzligen und der Regionalligen zu gewinnen. Koop hatte dies zwar abgelehnt, aber den DFB erst lange nach dem Gespräch über den Anwerbungsversuch informiert.

Doppelspitze stumpf?

Der Skandal stürzt auch die DFB-Doppelspitze mit Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und dem Geschäftsführenden Präsidenten Theo Zwanziger in die Krise.

Die Konflikte zwischen Mayer-Vorfelder und Zwanziger waren bei einer Präsidiumssitzung am Wochenende offen ausgebrochen. Mayer-Vorfelder fühlte sich ausgebootet, weil er im Gegensatz zu Zwanziger nicht zu der im Schiedsrichter-Skandal aktiven Task Force gehört. Zuletzt hatte Franz Beckenbauer in seiner Eigenschaft als Präsident des WM-Organisationskomitees für 2006 die Konstruktion als ineffizient heftig kritisiert.(APA/dpa/red)

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