Grippekranker Michael Jackson verließ Hals über Kopf Krankenhaus

18. Februar 2005, 17:18
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Eineinhalb Tage zuvor ins Krankenhaus eingeliefert - "Flucht" im davonrasenden Geländewagen - Verfahren wurde bis nächste Woche ausgesetzt

Santa Maria - Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte US-Popstar Michael Jackson hat nach eineinhalb Tagen das Krankenhaus wieder verlassen, in das er wegen einer akuten Grippe eingeliefert worden war. Der Musiker verließ am Mittwoch überraschend in einem von zwei davonrasenden schwarzen Sportgeländewagen die Marian-Klinik im kalifornischen Santa Maria. "Michael Jackson wurde aus dem Marian Medical Center entlassen (...), um sich zu Hause weiter zu erholen", erklärte seine Sprecherin Raymone Bain.

Kurz zuvor hatte die Sprecherin der Jackson-Familie, Angel Howansky, noch angedeutet, dass der Star voraussichtlich noch mehrere Tage im Krankenhaus bleiben müsse.

Entlassung glich mehr einer Flucht

Die Entlassung glich mehr einer Flucht und kam offenbar nicht nur für die vor dem Krankenhaus wartenden Fans überraschend. Nur wenige Minuten vor der Abfahrt Jacksons hatte der Arzt Todd Bailey gesagt, der Zustand des Patienten sei zwar stabil, er müsse sich aber weiter wegen "hartnäckiger Symptome" einer Virusgrippe behandeln lassen. Am Nachmittag hatten die Eltern des Musikers, Joe und Katherine Jackson, noch ihre Aufwartung am Krankenbett gemacht.

Zeigte sich zuvor Fans am Fenster

Seine vor dem Krankenhaus versammelten Fans hatte der 46-Jährige zuvor mit einem Kurzauftritt am Fenster seines Zimmers verzückt. Jackson war hinter der Fensterscheibe mit einem intravenösen Katheter im Arm zu sehen, wie ein AFP-Reporter berichtete. Er machte zwei Mal mit den Fingern seine charakteristische "V"-Geste für "Victory" (Sieg), bevor er wieder im Inneren des Zimmers verschwand. "Es war schön", jubelte Jackson-Fan Susie Mumpfield, die vor Freude auf- und absprang. "Er hat uns wissen lassen, dass es ihm gut geht", interpretierte die 23-Jährige die Geste ihres Idols.

Jackson war nach Angaben aus seiner Familie bereits am Wochenende erkrankt. Er habe dennoch weiter vor Gericht erscheinen wollen, berichtete der jüngere Bruder Randy Jackson. Am Dienstag habe sich sein Bruder bereits auf dem Weg zum Gericht in Santa Maria befunden, als er sich im Wagen übergeben und ins Krankenhaus gebracht worden sei. Richter Rodney Melville setzte den Prozess daraufhin bis nächste Woche aus.

Das vor zweieinhalb Wochen begonnene Verfahren befindet sich weiterhin in der Anfangsphase. Bislang ist nicht einmal die Auswahl der zwölf Geschworenen abgeschlossen. Jackson ist angeklagt, zwischen Februar und März 2003 einen damals 13-jährigen krebskranken Jungen sexuell missbraucht zu haben. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. (APA)

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