In den Altenheimen fehlt das Personal

16. Februar 2005, 19:44
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SP Vorarlberg fordert Betreuungsschlüssel - Engpass beginnt schon bei der Ausbildung

Bregenz – In Vorarlberg fehlen Fachkräfte für die Altenbetreuung, kritisieren die Sozialdemokraten. Der Landtag habe zwar in seiner Februarsitzung die 15a-Vereinbarung über Vereinheitlichung und Anerkennung der Sozialbetreuungsberufe einstimmig beschlossen, nun müsse man aber rasch an die Umsetzung gehen. Klub- und Parteivorsitzende Elke Sader: "Wir müssen Pflege auf hohem Niveau garantieren."

Schlüssel festlegen

Sader fordert, per Gesetz einen Personalschlüssel für Pflegeheime festzuschreiben. "Die Bundesländer Steiermark und Oberösterreich haben vorbildlich klare Regelungen", nennt Sader Beispiele. So sei in der Steiermark verpflichtend festgelegt, dass 20 Prozent der Betreuenden ein Diplom haben müssen und 60 Prozent eine Fachausbildung in Altenbetreuung.

Krasser Mangel

Würde man diesen Schlüssel auf Vorarlberg anwenden, käme man aber zum Schluss, "dass wir doppelt so viele Fachkräfte brauchen". Saders Rechnung: Den 3203 Menschen in Pflegeeinrichtungen stehen lediglich 240 diplomierte Betreuende (sieben Prozent) und 520 (20 Prozent) an einer Altenfachschule Ausgebildete zur Verfügung.

Elke Sader: "Hätten wir einen klaren Schlüssel wie in der Steiermark, müsste man den Personalstand verdoppeln." Die Kosten müsste das Land tragen, fordert die SP. "Sie dürfen keinesfalls den finanziell jetzt schon überforderten Gemeinden oder gar den Angehörigen angelastet werden."

Ausbildungs-Engpass

Der Forderung der SP nach mehr Fachpersonal stehen Engpässe bei der Ausbildung entgegen. So kann die einzige Fachschule des Landes jährlich nur 20 neue Schülerinnen und Schüler aufnehmen. Sader: "Vergangenes Jahr haben sich 90 Frauen und Männer beworben, viele davon bestens qualifiziert. Der Großteil musste aus Platzgründen abgewiesen werden." (jub, DER STANDARD Printausgabe, 16.02.2005)

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