"Shoot Goals! Shoot Movies!": Kurzfilme zur Fußball-WM

15. Februar 2005, 18:11
posten

45 Beiträge zeigen Fußball in all seinen gesellschaftspolitischen Facetten - Sollen vor und während der WM in Kinos und Stadien gezeigt werden

Berlin - Der Ball fliegt weit, zu weit. Er landet in einem Minenfeld. Die Kinder wollen weiter Fußball spielen - und holen ihn zurück. Dieser dreiminütige Film ist einer von 45 Kurzfilmen junger Regisseure aus aller Welt, die für das Kunst- und Kulturprogramm der Fußball-WM 2006 ausgewählt wurden. Sie sollen vor und während der Weltmeisterschaft in Kinos und den Stadien gezeigt werden.

600 Regisseure aus 75 Ländern machten beim Wettbewerb mit

Insgesamt machten bei dem letztes Jahr ausgerufenen Berlinale-Wettbewerb "Shoot Goals! Shoot Movies!" 600 Regisseure aus 75 Ländern mit. Sie drehten lustige, traurige und sozialkritische Kurzfilme, zeigten den Fußball in all seinen gesellschaftspolitischen Facetten. Franz Beckenbauer, Chef des WM-Organisationskomitees, der für das WM-Kulturprogramm zuständige Andre Heller und Innenminister Otto Schily präsentierten am Dienstag im Berliner Haus der Kulturen der Welt die sichtlich stolzen Gewinner aus 29 Ländern.

Andre Heller war von Resonanz begeistert

Heller war von der Resonanz des Wettbewerbs begeistert. Damit werde das Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" mit Leben erfüllt. Es sei großartig, wenn in 75 Ländern der Welt junge Menschen Kameras in die Hand nähmen und einen kulturellen Kommentar zur WM in Deutschland abgäben.

Ein Fußball mit Angst vorm Getreten werden

Diese Kommentare sind sehr kreativ: In einem Animationsfilm hat ein Ball Angst davor, getreten zu werden. Ein anderer Ball versucht ihm die Furcht zu nehmen. Die verschwindet aber erst, als der Ball einen Fußballspieler sieht und sich in ihn verliebt. In einer anderen Produktion geht es um Gefängnismannschaften in Kolumbien, die im Besitz der Wärter sind. Diese lassen ihre Teams wie Rennpferde an den Wochenenden gegeneinander antreten und setzen auch Geld auf sie. In wieder einer anderen Produktion aus Indien nutzen Kinder eine Kuh als Tor.

Beckenbauer: "Jeder Fußballer ist doch auch Schauspieler"

Fußball und Film hätten viel miteinander zu tun, sagte Beckenbauer. "Jeder Fußballer ist doch auch Schauspieler. Das kann man jede Woche sehen", erklärte er. Umgekehrt fühle sich auch jeder Filmschauspieler sofort als Experte in Sachen Fußball, wenn er nur einmal gegen eine Blechbüchse getreten habe, sagte er in Anspielung auf Heller. Dieser beeilte sich dann zu versichern, bislang in Sachen Fußball "ein Idiot" gewesen zu sein. Das werde sich aber bis zum Start der WM ändern.

Beides dauert in der Regel 90 Minuten

Berlinale-Festivaldirektor Dieter Kosslick war auch gekommen, um über die Zusammenhänge zwischen Fußball und Film aufzuklären. Beides dauere in der Regel 90 Minuten und der Ausgang sei offen, erklärte er. Darüber hinaus seien sowohl Filme als auch Fußballspiele erfolgreich nur in Teamarbeit zu machen. Zur WM solle dann noch ein abendfüllender Film zum Thema Fußball entstehen, an dem 15 berühmte Regisseure mitwirken sollen, unter anderem Emir Kusturica und Werner Herzog. (APA/AP)

  • Artikelbild
    foto: "shoot goal..."
Share if you care.