Kartellamt prüft Merger deutscher Kabelnetzbetreiber

23. Februar 2005, 10:50
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Kommission gibt Prüfung aufgrund ausschließlicher Deutschland-Aktivitäten ab

Den beabsichtigte Kauf des nordrhein-westfälischen Kabelnetzbetreibers ish durch den hessischen Netzbetreiber iesy überprüft jetzt das deutsche Bundeskartellamt. Diese Verweisung durch die Europäische Kommission erfolgt im Hinblick aufgrund der Tätigkeiten beider Unternehmen in Deutschland. Dem Bundeskartellamt obliegt nun die Überprüfung, ob der Zusammenschluss zu einer Beeinträchtigung des Wettbewerbs in Deutschland führt. Beide Kabelanbieter betreiben eigene Kabelnetze, die sie von den Deutschen Telekom AG übernommen haben. Sie liefern Radio- und Fernsehsignale an Haushalte und andere Netzbetreiber.

Das Kartellamt hatte die Prüfung des Falles beantragt, da sich mögliche Folgen des Zusammenschlusses ausschließlich auf den deutschen Markt beschränken. Dort bestünde eben die Gefahr der Beeinträchtigung des Kabelfernsehmarktes. Insgesamt steht die Kabelbranche in Deutschland vor einigen Problemen. Es sind Milliardeninvestitionen nötig, um das deutsche Netzt digital umzurüsten und investieren will jedoch niemand. Zusätzlich gibt es kaum noch attraktives Programm, mit dem sich die große Anzahl an digitalen Kanälen füllen lässt.

Die geplante milliardenschwere Übernahme der regionalen Kabelnetzbetreiber ish, isey und Kabel Baden-Württemberg durch die Kabel Deutschland GmbH scheiterte im September vergangenen Jahres aufgrund des Widerstands des deutschen Kartellamtes. Die Schaffung eines Kabelmonopols hätte den technischen Fortschritt des deutschen Kabelnetzes eher gebremst als gefördert, so die Begründung der Behörde. (pte)

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