Strache bringt sich in Stellung

19. Februar 2005, 12:57
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FP-Landeschef hält "Überraschung" am Parteitag für möglich: Kandidatur für den Parteivorsitz nicht ausgeschlossen

Wien - Noch ist nicht festgelegt, wann die FPÖ ihren ordentlichen Bundesparteitag abhalten wird - er soll noch vor dem Sommer über die Bühne gehen. Ob tatsächlich die jetzige Parteichefin Ursula Haubner aus diesem Parteitag als FPÖ-Chefin hervorgeht, scheint noch nicht abgemacht.

Der Wiener Parteichef Heinz Christian Strache ("Ich bin ein junger Wilder") hält eine "Überraschung" beim FPÖ-Treffen für denkbar. Nicht auszuschließen sei, dass er selbst kandidieren werde - wenn er dezidiert für die Funktion gefragt werde, wie er sagt. Strache im Gespräch mit dem STANDARD: "Ich finde es charmant und ehrenvoll, wenn mir in meinen jungen Jahren höchste Funktionen zugetraut werden. Schon allein, dass man mich danach fragt."

Der Rechtsaußen der FPÖ will sogar historische Parallelen entdecken: "Damit werde ich ja fast mit dem jungen Jörg Haider verglichen, der mit 35 Jahren die FPÖ damals gegen den Regierungsflügel unter Norbert Steger durchgesetzt hat. Ausschließen darf man in der Politik jedenfalls nie etwas - wenn die Frage gestellt wird. Es ist interessant darüber nachzudenken." Nachsatz: In der Politik sei es "immer gut, wenn es auch Überraschungen gibt".

Sein politisches Hauptaugenmerk liege derzeit aber in der Bundeshauptstadt, dort wolle er ein "Wiener Wunder" bei den kommenden Wahlen vollbringen und wieder an die zweite Position vorstoßen. Mit einem bekannten Thema: Zuwanderungspolitik. Seiner Bundespartei rät Strache, in diesem Bereich noch "schärfer die Zähne" zu zeigen. Strache: "Da müssen wir uns durchsetzen gegen die Herz-Jesu-Politik von Kanzler Schüssel und Innenministerin Prokop."

Auch müssten die "tatsächlichen Schwachstellen" der Regierung thematisiert werden. Strache: "Das sind eindeutig Bundeskanzler Schüssel mit seinem Finanzminister Grasser, die Fußkette des Bundeskanzlers. Das ist jemand, der in vielen Bereichen durch schlechte Politik für Missstände verantwortlich zu machen ist." (Walter Müller/DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2005)

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    Der Wiener FP-Chef Heinz Christian Strache bei einer "Heldenehrung" der Burschenschafter.

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