Mehrere Verdächtige nach Bombenanschlägen auf den Philippinen

17. Februar 2005, 09:39
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Polizei ermittelt in verschiedene Richtungen - Mögliche Verbindung mit Kämpfen auf südphillipinischer Insel Jolu

Manila - Nach den Bombenanschlägen in mehreren philippinischen Städten hat die Polizei am Dienstag die Suche nach den Tätern intensiviert. Bei den Anschlägen waren am Valentinstag elf Menschen getötet und 135 verletzt worden. Obwohl die Moslem-Extremisten der Abu Sayyaf sich zu den Angriffen bekannt hatten, ermittelte die Polizei auch in andere Richtungen. "Wir betrachten mehrere Gesichtspunkte, einschließlich der Vernetzung ausländischer Extremisten und einheimischer Rebellen", sagte der philippinische Sicherheitsberater Norberto Gonzales. Der nationale Polizeichef Edgardo Aglipay sagte, es bestehe die Gefahr, gezielt in die Irre geführt zu werden.

Islamische Befreiungsfront unter Verdacht

Ein führendes Abu-Sayyaf-Mitglied hatte sich im Rundfunk als Urheber der nahezu zeitgleichen Explosionen in einem Einkaufszentrum in General Santos und einem Busbahnhof in Davao bekannt. Eine halbe Stunde später war ein Sprengsatz in einem Bus-Bahnhof in Manila detoniert. Unter Verdacht steht unter anderem die 11.000 Mitglieder starke lokale islamische Befreiungsfront MILF, die aber von der größeren Extremisten-Organisation Jemaah Islamiah unterstützt wird, hieß es aus Geheimdienstkreisen. Der Jemaah Islamiah wird auch der Anschlag auf der indonesischen Touristen-Insel Bali zugeschrieben, bei dem vor über zwei Jahren mehr als 200 Menschen getötet worden sind.

Sicherheitskräfte hatten die Anschläge jedoch am Vortag mit den Kämpfen zwischen rund 5000 Soldaten und 800 Abu-Sayyaf-Rebellen auf der südlichen Insel Jolo in Verbindung gebracht. Die jüngsten Gefechte dort sind vor mehr als einer Woche ausgebrochen und haben seitdem rund 110 Todesopfer gefordert. Bei erneuten Kämpfen am Montag wurden 20 Rebellen und ein philippinischer Soldat getötet. (APA/Reuters)

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