Stichwort: Der Walter-Bau-Konzern

23. Februar 2005, 13:03
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Konzern war mit rund 9500 Beschäftigten Deutschlands drittgrößtes Bauunternehmen

Augsburg - Der zusammengebrochene deutsche Walter-Bau-Konzern war mit rund 9500 Beschäftigten Deutschlands drittgrößtes Bauunternehmen. Gegründet wurde die Gruppe von Ignaz Walter. Der ehrgeizige Unternehmer hatte 1978 die Augsburger Baufirma Thosti erworben.

Durch zahlreiche Übernahmen und aggressives Wachstum entstand ein komplexes Firmenkonglomerat. Wichtige Schritte waren in den Jahren 1999 bis 2001 die Fusion der Walter Bau-AG mit den Schwesterunternehmen Heilit+Woerner und Dywidag.

Finanzielle Probleme

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder über finanzielle Probleme spekuliert. Ein Grund dafür: Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten ist Walter Bau vor allem auf dem schwierigen Inlandsmarkt aktiv.

Auch deshalb rechnete der Konzern für das Jahr 2004 mit einem Rückgang der Bauleistung von knapp 3,1 Milliarden Euro auf rund 2,8 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2004 machte das Unternehmen vor Steuern und Zinsen einen Verlust von 29,4 Millionen Euro. Zahlen für das Gesamtjahr hat Walter Bau noch nicht vorgelegt.

Schlüsselfertigbau

Zu den Kernbereichen von Walter Bau gehören der Schlüsselfertigbau, der Verkehrswegebau, die Vorspann- und Geotechnik sowie der internationale Infrastrukturbau. Über eine Tochtergesellschaft ist das Unternehmen in Europa, Nordamerika und Australien vertreten.

Zur Sicherung der Liquidität wollte sich Walter zuletzt die Stuttgarter Züblin komplett einverleiben, die bereits mehrheitlich zur Walter Bau-AG gehörte. Das Geschäft platzte aber am Widerstand der Banken.

Vor zwei Wochen musste die Walter Bau-AG daraufhin Insolvenzantrag stellen. Der Verkauf von Unternehmensteilen an Strabag bedeutet nun eine teilweise Zerschlagung des einstigen Bauriesen. (APA)

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