Überblick: Trends und neue Technologien auf dem 3GSM World Congress

1. März 2005, 18:57
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Mobile Trends, neue Handytechnologien, mobile Multimedia-Dienste und neue Handymodelle stehen aktuell im Zentrum der weltgrößten Handymesse "3GSM World Congress" im französischen Cannes an der Cote d'Azur, wo sich - wie jedes Jahr im Februar - zehntausende Vertreter der Telekomindustrie, Mobilfunkbetreiber und Branchenexperten zu einem Stelldichein eingefunden haben.

UMTS-Nachfolger

Die europäischen Handymärkte sind bereits weitgehend gesättigt, der Erfolg der teuren dritten Mobilfunkgeneration UMTS hat sich noch immer nicht eingestellt. Dennoch werden in Cannes bereits UMTS-Nachfolgetechnologien vorgestellt, die vor allem mit schnelleren Datendiensten die Umsätze der Branche weiter in die Höhe treiben sollen. Im Folgenden ein Lexikon der neuen Trends und Technologien:

- UMTS: Die dritte Mobilfunktechnologie, in deren Auf- und Ausbau die europäischen Handybetreiber Millardenbeträge investiert haben, ist in Cannes nach wie vor ein zentrales Thema, zumal die UMTS-Nutzung nur langsam anläuft. Mit ein bis zwei Jahren Verspätung präsentieren die Handyhersteller auf der Messe ihre neuen UMTS-Modelle, die Industrie stellt neue auf UMTS-basierende Multimedia-Dienste vor. Große Hoffnungen setzt die Branche vor allem auf UMTS-Datensteckkarten für Notebooks, die einen schnelleren mobilen Internetzugang ermöglichen und den ADSL-Breitband-Internet-Angeboten der Festnetzbetreiber Konkurrenz machen sollen. Weltweit nützen laut Angaben von Siemens aktuell 16 Mio. Kunden UMTS, bis Ende 2006 soll die Zahl auf 150 Millionen steigen.

- HSDPA: Die UMTS-Nachfolgetechnologie HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) soll die UMTS-Netze beschleunigen. Für die Einführung dieses "Datenbeschleunigers" für UMTS ist ein Software-Upgrade der Mobilfunknetze der dritten Generation notwendig. Mit HSDPA sind Datenübertragungsraten von mehr als 2 Mbit pro Sekunde möglich, während bei UMTS 2 Mbit pro Sekunde die oberste Grenze sind. In der Praxis werden von den meisten Mobilfunkbetreibern derzeit mit UMTS meist aber nur 384 Kbit pro Sekunde angeboten. Die neue HSDPA-Technologie soll - auch in Österreich - 2006 auf den Markt kommen.

- Megapixel-Handys: Um mobile Fotoanwendungen wie MMS voranzutreiben, bauen die Handyhersteller zunehmend Kameras mit mehreren Megapixel ein. Vor allem die asiatischen Hersteller wie Samsung und LG arbeiten derzeit bereits an der Entwicklung von Handys mit integrierter 5-Megapixel-Kamera.

- Mobile Musikanwendungen: Handys werden, geht es nach dem Wunsch der Mobilfunkindustrie, zunehmend zu Walkmans. Der Siegeszug tragbarer Musikplayer, angeführt vom iPod von Apple, hat in der Mobilfunkbranche entsprechende Begehrlichkeiten geweckt. In Canne wurde einige Kooperationen in diesem Bereich vorgestellt. Für Aufsehen in der Branche hat vor allem die gestern, Montag, bekannt gegebene Kooperation der ehemaligen "Feinde" Nokia und Microsoft gesorgt, die künftig bei Musikdownloads am Handy zusammenarbeiten wollen. Musiktitel können demnach künftig direkt auf das Handy geladen und sowohl auf dem Handy wie auf PCs über den Windows-Mediaplayer abgespielt werden.

- WLan/Wifi/Wimax: Auf drahtlose Funktechnologien springen immer mehr Handynetzbetreiber auf. Die neue Funktechnologie Wimax erlaubt drahtlose Internetverbindungen im Umkreis von mehreren Kilometern, wobei die Datenübertragungsrate 20 Megabit pro Sekunde beträgt. Wimax ist die Nachfolgetechnologie des drahtlosen Hochgeschwindigkeits-Internets WiFi/WLan, dessen Reichweite äußerst gering ist. Auf Grund der größeren Reichweite ist Wimax vor allem für den ländlichen Raum interessant, wo die schwache Bevölkerungsdichte die Ausstattung mit ADSL-Telefonleitungen oder Kabelverbindungen unrentabel macht. (APA)

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