Deutsche Weidmänner empören sich über Jagd per Internet

23. Februar 2005, 18:44
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Abschuss von Tieren per Mausklick sei unethisch

Deutsche Jäger sind empört über Jagd per Internet. Der Abschuss von Tieren per Mausklick sei unethisch und tierschutzrechtlich nicht haltbar, erklärte der Präsident des Deutschen Jagdschutz-Verbandes (DJV), Jochen Borchert, am Dienstag in Bonn. Nach Angaben des DJV plant ein Unternehmen aus den USA ein "Jagd"-Spiel per Internet. Nutzer aus aller Welt könnten so per Fernsteuerung auf Tiere in einem texanischen Gehege schießen.

Verbotes

Borchert forderte ein Verbot des Angebots. Das Jagd-Spiel mit lebenden Tieren entspreche in keiner Weise den ethischen und tierschutzrechtlichen Grundsätzen der Jagd in Deutschland, empörte sich der DJV-Präsident. Besonders abscheulich sei, dass beim Schießen per Internet durch die Zeitverzögerung zwischen Mausklick und realem Schuss ein qualvoller Tod der Tiere in Kauf genommen werde.

Prüfung

Bereits vor einigen Wochen hatte der DJV nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen das Internet-Angebot aus den Vereinigten Staaten prüfen lassen. Nach hiesigem Waffen- und Tierschutzgesetz sei ein derartiges Angebot illegal und werde mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet, erklärte der Verband. Da die deutschen Gesetze jedoch nicht für einen Internet-Anbieter aus den USA gälten, gebe es keine rechtliche Handhabe. Der DJV forderte die Bundesregierung auf zu prüfen, welche Möglichkeiten sie hat, das Töten von Tieren via Internet zu unterbinden. (APA/AP)

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