Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen verbessern

15. Februar 2005, 14:52
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Grundlagenstudie zum weiblichen Unternehmertum in Österreich präsentiert

Wien - Rund 30 Prozent der UnternehmerInnen in Österreich sind Frauen. Damit liegt die Frauenquote bei den Selbständigen in unserem Land sowohl über dem EU- als auch über dem OECD-Durchschnitt. Deshalb haben "Frau in der Wirtschaft", die Vertretung der Unternehmerinnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), und das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) die KMU Forschung Austria beauftragt, erstmalig eine Grundlagenstudie zum weiblichen Unternehmertum in Österreich durchzuführen.

Rahmenbedingungen verbessern

"Basierend auf den Erkenntnissen der Analyse wurden nun Schlussfolgerungen gezogen, wie die Unternehmerin durch die Politik bestmöglich gefördert werden kann, um in Österreich ein unternehmerinnen-freundliches Klima herzustellen," erklärt Sonja Zwazl, Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft (WKÖ). Denn, so Zwazl, die Studie zeige deutlich, dass Unternehmerinnen ebenso gute Leistungen bringen wie ihre männlichen Kollegen, aber immer noch Rahmenbedingungen fehlen. Neben der Mehrfachbelastung Familie - Haushalt - Beruf, haben, laut Studie, vor allem die Themen Weiterbildung und Betreuung nach der Gründungsphase zentrale Auswirkungen auf die Entwicklung des weiblichen Unternehmertums.

Familie und Hausarbeit

"Die Bereitstellung flexibler Kinderbetreuungseinrichtungen sowie die Möglichkeit, individuelle Betreuungsleistungen steuerlich geltend zu machen, ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Entlastung unternehmerisch tätiger Frauen", betont Zwazl. Fast drei Viertel der Unternehmerinnen (71 Prozent) sind Mütter, wovon ein Drittel ein Kind, 41 Prozent zwei Kinder und knapp ein Fünftel hat drei Kinder haben. Insgesamt fühlen sich knapp die Hälfte der Unternehmerinnen (47 Prozent) stark durch die Mehrfachbelastung Familie, Haushalt und Unternehmen beeinträchtigt. Ein ähnlicher Wert wurde in Europa ermittelt (Eurochambres 2004).

Bei drei Viertel der Unternehmerinnen liegt die Verantwortung für Familie und Hausarbeit in ihren Händen, weitere 22 Prozent teilen sich die Familien- und Hausarbeit mit dem Partner. Zwei Drittel der Unternehmerinnen (68 Prozent) nehmen für die Familien- und Hausarbeit keine Haushaltshilfe in Anspruch.

Forderungen

Zwazl zufolge würden Unternehmerinnen von folgenden - noch nicht geplanten Maßnahmen - profitieren: Eine steuerliche Begünstigung beim geplanten Dienstleistungsscheck, damit Haushalts- und Betreuungsdienstleistungen nicht aus Kostengründen selbst erbracht werden müssen, und ein Prämienmodell, wonach bis zu 10 Prozent der Aufwendungen für Haushalts- und Betreuungshilfen mit einer maximalen Deckelung von 783 Euro als Prämie gutgeschrieben werden sollen. "Die Prämie würde als Gutschrift auf dem Abgabenkonto verzeichnet und würde als Erstattung von der Einkommenssteuer vergleichbar mit der Bildungsprämie, der Investitionszuwachsprämie oder der Lehrlingsausbildungsprämie gelten", erklärt Zwazl.

Des weiteren sei die Koppelung der Zuverdienstgrenze an den Unternehmensgewinn gerade für Kleinstunternehmerinnen und Einnahmen-Ausgaben-Rechner besonders problematisch. Außerdem müssten Defizite in den eher "trockenen" Feldern der Betriebswirtschaft ausgeglichen werden. In Fragen der Finanzierung oder im steuerlich-rechtlichen Bereich gebe es der Studie zufolge Handlungsbedarf. Hier müssten vermehrt Kurse und Beratungen angeboten werden bzw. bestehende Angebote noch stärker an die Frau gebracht werden, so Zwazl. (red)

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