Afghanistan: Erste Gouverneurin geplant

15. Februar 2005, 12:20
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Ehemalige Frauenministerin Sarobi als neue Verwaltungschefin in Provinz Bamiyan im Gespräch

Kabul - Als weiteren Schritt auf dem langen Weg zur Gleichberechtigung der Frau will der afghanische Präsident Hamid Karzai erstmals eine Gouverneurin ernennen. Sein Sprecher Jawed Ludin teilte am Dienstag mit, dass für das Amt des Verwaltungschefs in der zentralafghanischen Provinz Bamiyan ausschließlich Frauen im Gespräch seien. "Eine dieser Ladies wird Gouverneurin von Bamiyan werden", sagte er. "Wenn eine Frau fähig ist, die Arbeit zu tun, dann sagt das Gesetz, wir können sie ernennen."

Zu den Kandidatinnen gehört auch die ehemalige Frauenministerin Habiba Sarobi. Diese sagte, sie habe mit Karzai darüber gesprochen, Gouverneurin von Bamiyan zu werden. Zuvor hatte Sarobi das Angebot abgelehnt, als Botschafterin ins Ausland zu gehen. "Ich will im Land bleiben und meinem Volk dienen", sagte die Politikerin.

Gleichstellung in Verfassung verankert

Seit dem gewaltsamen Sturz des radikal-islamistischen Taliban-Regimes im Herbst 2001 haben Millionen von Frauen einen Arbeitsplatz erhalten, und Mädchen gehen regelmäßig zur Schule. Die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau ist Teil der neuen Verfassung. Die Tradition schränkt aber vor allem auf dem Land die Rolle der Frau nach wie vor auf häusliche Aufgaben ein. In der Provinz Bamijan stellen die Hasara die Mehrheit der Bevölkerung. Dieses Volk, dem auch Sarobi angehört, hat traditionell eine freiere Einstellung zur Rolle der Frau. (APA/AP)

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