Mumifizierte Kaiserschützen bleiben in Italien

15. Februar 2005, 11:23
3 Postings

Leichen dreier österreichischer Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg im August am Ortler-Cevedale-Massiv entdeckt

Rom - Die mumifizierten Leichen von drei österreichischen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg, die im August in einem Alpengletscher auf 3.640 Meter Höhe am italienischen Ortler-Cevedale-Massiv entdeckt worden waren, sollen weiterhin im kleinen Friedhof der Gemeinde Pejo bei Trient ruhen, in deren Nähe die Kaiserschützen gefunden wurden. Ein dementsprechendes Abkommen wurde von der Gemeinde Pejo und dem Schwarzen Kreuz (ÖSK/Kriegsgräberfürsorge) unterzeichnet.

Abkommen zwischen Gemeinde Pejo und Schwarzem Kreuz

Der Bürgermeister von Pejo, Alberto Rigo, der Generalsekretär des Schwarzen Kreuzes, Josef Schantl, der Delegierte des Schwarzen Kreuzes für Italien, Hans Duffek, beschlossen am Ende eines Treffens in Wien, dass die Leichen in der Gemeinde bleiben sollen, wo sie im August beerdigt worden waren. Der Friedhof von Pejo soll vom italienischen Verteidigungsministerium zum Militärfriedhof erklärt werden, teilte Rigo mit. Auf Grund des Abkommens sollen weitere Leichen österreichischer Soldaten, die möglicherweise in den Gletschern gefunden werden, ebenfalls in Pejo beerdigt werden.

Der Bürgermeister von Pejo begrüßte das Abkommen mit dem Schwarzen Kreuz. "Jetzt können die Soldaten in Frieden in Pejo ruhen", meinte er. Die Gemeinde Pejo hatte befürchtet, dass die drei Leichen österreichischer Soldaten auf Antrag des Schwarzen Kreuzes exhumiert und auf den Tiroler Militärfriedhof von Ambras verlegt werden könnten.

Soldaten dürften im September 1918 ums Leben gekommen sein

Die drei Soldaten, die zum 3. Regiment der Tiroler Kaiserschützen gehört hatten, sollen bei einer Gebirgsschlacht nahe der Punta San Matteo am 3. September 1918 ums Leben gekommen sein. Die Leichen trugen noch die Uniform. Entdeckt wurden sie vom Vizekommandanten der Bergrettung von Pejo, Maurizio Vincenzi. Der Freiwillige der Bergrettung sucht seit Jahren nach Relikten der Schlachten des Ersten Weltkriegs.

Die Leiche eines der drei Soldaten wurde von einem Expertenteam des Südtiroler Archäologiemuseums in Bozen, dem Zuhause der über 5.000 Jahre alten Gletscherleiche "Ötzi", überprüft. Dabei wurden dem Kaiserschützen auch Gewebeteile entnommen. (APA)

Link

Kriegsgräberfürsorge
Österreichisches Schwarzes Kreuz

Share if you care.