NHL: Absage kommt am Mittwoch

16. Februar 2005, 10:35
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Spieler Gewerkschaft akzeptiert Gehaltsober­grenze, der Vorschlag kommt aber zu spät: NHL-Chef Bettman wird die Saison absagen

New York - Trotz erheblicher Zugeständnisse ist in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL eine Rettung der verbleibenden Saison nach fünf Monaten Arbeitskampf erneut misslungen. Gewerkschaftsdirektor Ted Saskin akzeptierte bei einem Geheimtreffen in Niagara Falls zwar erstmals eine Gehaltsobergrenze, wie die Profi-Vereinigung NHLPA mitteilte. Allerdings gab es erneut keine Einigung. NHL-Chef Gary Bettman hat für Mittwoch eine Pressekonferenz in New York einberufen und wird dort nach jetzigem Stand die Absage der kompletten Saison verkünden.

Die Hoffnungen auf einen neuen Rahmen-Kollektivvertrag (Collective Bargaining Agreement) und damit eine Lösung sind nur noch sehr gering. Saskin schlug bei den Verhandlungen zwar vor, die Gehälter auf maximal 52 Millionen Dollar pro Mannschaft zu begrenzen. Dies lehnte NHL-Vizepräsident Bill Daly ab, der laut Gewerkschaft zuvor pauschal 40 Millionen Dollar als Grenze genannt hatte. Daly verzichtete dabei aber erstmals darauf, wie bisher die Gehaltsausgaben an den unterschiedlichen Einnahmen jedes Clubs zu orientieren. Saskin hatte außerdem das Angebot wiederholt, alle Gehälter sofort um 24 Prozent zu kürzen. Etwa zwei Drittel der 30 Teams würden Experten zufolge damit unter den geforderten 40 Millionen Dollar bleiben.

"Es ist in der Tat unglücklich, dass wir angesichts der von beiden Seiten unternommenen großen Schritte nicht weit genug voran gekommen sind, um uns zu einigen", erklärte Saskin. Die NHL sprach in einer Mitteilung nur davon, es gebe keine Fortschritte. Wie die Nachrichtenagentur "Canadian Press" berichtete, habe Ligachef Bettman wegen der Verhandlungen seine eigentlich schon für Dienstag geplante Pressekonferenz noch einmal um einen Tag verschoben.

Bisher ist im nordamerikanischen Profisport noch nie eine komplette Saison wegen eines Arbeitskampfes ausgefallen. Mittlerweile sind fast 400 NHL-Legionäre bei europäischen Klubs im Einsatz. (APA/dpa)

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    Die Saison wird zu Grabe getragen.

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