Sonderzulagen sollen britische Elite-Soldaten halten

18. Februar 2005, 20:56
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Zeitung berichtet von massiven Überläufen zu privaten Sicherheitsfirmen - Bis zu siebenfacher Sold lockt die Soldaten

London - Um den zunehmenden Wechsel der im Irak stationierten britischen Elitesoldaten in lukrativere Jobs bei privaten Sicherheitsfirmen zu stoppen, erwägt die britische Armee die Zahlung von Sonderzulagen. Wie die Londoner Zeitung "Daily Mail" am Dienstag berichtete, will die Armeeführung damit einem Beispiel des US-Verteidigungsministeriums folgen, das bereits im vergangenen Monat Sonderzahlungen für seine Eliteeinheiten im Irak eingeführt hatte.

"Die Welt hat sich verändert. Sie wird heute vom Geld regiert, und viele junge Soldaten sehen in den Sondereinsatzkräften der Luftwaffe eine reine Ausbildungsstätte für ihre private Karriere", zitierte die Zeitung eine anonyme Quelle. Die Kommandeure hätten somit nur drei Möglichkeiten: "Sie können den Soldaten goldene Handschellen in Form von Zulagen anlegen; sie lassen sie den Abschied aus dem Militärdienst so teuer wie möglich zu stehen kommen, oder sie ermöglichen es ihnen, eine Art Sabbatjahr vom Militärdienst einzulegen".

Lockmittel Geld

Nach einem Bericht des "Daily Telegraph" vom Montag laufen mehr und mehr britische Soldaten zu den im Irak eingesetzten privaten Sicherheitsfirmen über, die mit hohen Gehältern locken. Rund 120 Mitglieder der Sondereinsatzkräfte von Marine und Luftwaffe (SBS und SAS) hätten bereits ihren Dienst quittiert, um künftig für private Firmen wie Kroll, Controlled Risks oder Armour Security zu arbeiten. Einem ehemaligen SAS-Mitglied zufolge können ehemalige Elitesoldaten bei Privatfirmen das Siebenfache ihres Solds verdienen: 14.000 Pfund (rund 19.600 Euro) im Monat statt 2.000 Pfund. (APA/AFP)

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    Rund 2.000 Pfund bezahlte der Staat den britischen Elite-Soldaten bisher im Monat, bei privaten Sicherheitsfirmen, zu denen mehr und mehr abwandern, gibt es 14.000 Pfund (rund 19.600 Euro). Sonderzulagen sollen nun die Abwanderung verringern.

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