IKRK-Präsident in den USA

16. Februar 2005, 14:11
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Gespräch mit Bush über Bedingungen von Gefangenen in US-Gewahrsam - Kellenberger zu zweitägiger Visite in den USA

Washington - Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Jakob Kellenberger, hat sich am Montag in Washington mit US-Präsident George W. Bush getroffen. Das Gespräch habe sich insbesondere um die Bedingungen von Gefangenen in US-Gewahrsam gedreht, hieß es in einer Aussendung des IKRK. Die Organisation hatte dazu in der Vergangenheit immer wieder Kritik und Besorgnis ausgedrückt.

Den Besuch hatte Kellenberger bereits im vergangenen Dezember angekündigt und erklärt, er wolle vor allem die Haftbedingungen der rund 550 Gefangenen in der US-Militärbasis Guantanamo auf Kuba ansprechen.

Haftbedingungen

Die USA werden in verschiedenen Berichten der Folter beschuldigt. Im vergangenen Jahr waren Auszüge von vertraulichen Berichten des IKRK an die US-Regierung mit Kritik an den Haftbedingungen an die Öffentlichkeit gelangt. Das IKRK besucht die Gefangenen in Guantanamo seit Anfang 2002. Die meisten der Gefangenen wurden bei der US-Invasion in Afghanistan vor drei Jahren aufgegriffen und werden verdächtigt, der Taliban-Miliz oder dem Terrornetzwerk Al Kaida anzugehören.

Bush und Kellenberger sprachen laut Kommunique auch über die hauptsächlichen Herausforderungen, die das IKRK bei bewaffneten Konflikten in aller Welt zu bewältigen habe. Das IKRK begrüße die Möglichkeit, dieses Thema auf höchster Ebene zu erörtern, und wolle den vertraulichen Dialog mit Washington dabei noch verstärken. (APA/sda)

Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz hatte am Montag eine zweitägige Reise in die USA angetreten. Geplant waren auch Gespräche mit US-Außenministerin Condoleezza Rice, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Sicherheitsberater Steven Hadley.
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