China: Über 200 Menschen bei Grubenunglück getötet

16. Februar 2005, 09:04
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Schwerstes bekanntes Unglück seit 1949 - Möglicherweise Zusammenhang mit Erdbeben

Das vermutlich schwerste Grubenunglück seit einem halben Jahrhundert hat in China mehr als 200 Bergarbeiter das Leben gekostet. Wie die Behörden am Dienstag mitteilten, gab es im Kohlebergwerk Sunjiawan in der Provinz Liaoning am Montagnachmittag eine gewaltige Grubengasexplosion. Nur zehn Minuten zuvor habe ein Erdbeben die Gegend erschüttert, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Betreibergesellschaft. Zunächst war jedoch unklar, ob es tatsächlich einen Zusammenhang gab.

Die Explosion ereignete sich laut Xinhua 242 Meter unter Tage. Mindestens 203 Kumpel wurden getötet. Nur 22 Arbeiter konnten verletzt geborgen werden, 13 weitere waren am Dienstag noch in der Grube eingeschlossen. Präsident Hu Jintao ordnete an, alles zu tun, um die Verschütteten zu retten.

Schwerstes bekanntes Unglück seit 1949

Die Explosion in der Sunjiawan-Mine ist das bisher schwerste Unglück, das seit der kommunistischen Staatsgründung im Jahr 1949 bekannt wurde. Die Grube förderte jährlich etwa 1,5 Millionen Tonnen Kohle. Sie liegt in der nordostchinesischen Region Fuxin, einem der ältesten Kohlereviere des Landes.

2004 wurden mehr als 6.000 Menschen getötet

Die chinesischen Bergwerke gehören zu den gefährlichsten der Welt. Immer wieder kommt es zu Explosionen, Bränden oder Überflutungen, die zahlreiche Arbeiter das Leben kosten. Allein im vergangenen Jahr wurden dabei mehr als 6.000 Kumpel getötet. Vier Fünftel aller Opfer von Grubenunglücken weltweit waren in China zu beklagen, wie die Behörden mitteilten. Im November kamen in der Provinz Shaanxi 166 Arbeiter bei der Detonation in einer Mine um, eine weitere Grubengasexplosion einen Monat zuvor in der Provinz Henan riss 148 Arbeiter in den Tod.

Den Minenbetreibern wird immer wieder vorgeworfen, sie vernachlässigten die Sicherheit, um ihre Profite zu steigern. Verstärkt wird diese Entwicklung durch den rapide steigenden Energiebedarf des Landes. (APA/AP)

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