Gheit: Arafats Tod war "Glücksfall"

14. Februar 2005, 22:23
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Ägyptens Außenminister: Große Hoffnung auf baldiges Ende der Gewalt in Nahost

Berlin - Ägyptens Außenminister Ahmed Abul Gheit hat den Tod von Palästinserpräsident Yassir Arafat als "Glücksfall" für den Friedensprozess in Nahost bezeichnet. "Natürlich war er auch tragisch, wie der Tod jedes Menschen. Aber dieser war glücklich zugleich, weil er den Anstoß zum neuen Friedensprozess gab", sagte der Minister dem "Tagesspiegel".

Israelis und Palästinenser seien "konfliktmüde und erschöpft" gewesen. "Sie waren jedoch eingeschlossen in einer Lage, wo keiner sich bewegen wollte, weil der Gegner das als Eingeständnis einer Niederlage verstanden hätte", sagte Gheit. Arafats Tod "war die Gelegenheit, nun ist neue Dynamik möglich."

Nach dem Gipfel in Sharm el Sheikh habe er "große Hoffnung, dass die Gewalt binnen weniger Wochen verebbt", sagte Gheit weiter. Ägypten habe Kontakt zu den radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Jihad und versuche, sie zu mäßigen. Auch Syrien "zieht jetzt mit."

Mit Blick auf den Atomstreit mit dem Iran forderte Gheit von allen Regierungen im Nahen und Mittleren Osten die Einigung auf eine atomwaffenfreie Zone. "Es gibt schon eine Atommacht, Israel. Eine weitere wäre eine große Gefahr für die ganze Region". (APA/AFP)

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