Südkorea und USA setzen auf Diplomatie

16. Februar 2005, 18:27
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Nordkorea soll so schnell wie möglich zu Sechs-Länder-Gesprächen zurückkehren

Washington - Die USA und Südkorea wollen im Atomstreit mit Nordkorea vorerst weiter auf eine friedliche und diplomatische Lösung setzen. Nordkorea müsse so schnell wie möglich und ohne Vorbedingungen zu den Sechs-Länder-Gesprächen zurückkehren, sagte der südkoreanische Außenminister Ki-Moon Ban nach einem Gespräch mit seiner US-Amtskollegin Condoleezza Rice am Montag in Washington. Ban lehnte zugleich Druck auf Nordkorea ab. "Zurzeit konzentrieren wir unsere Anstrengungen auf die Diplomatie", sagte Ban.

Die Tageszeitung "New York Times" hatte zuvor berichtet, dass die US-Regierung "neue Druckmöglichkeiten" auf das Regime in Pjöngjang prüfe. Beispielsweise könnten Geldgeschäfte aufgedeckt und eingefroren werden, die Nordkorea Profite aus Geldfälscherei, Drogenhandel sowie dem Verkauf von Waffen und Waffentechnologie ermöglichten. Das Blatt schreibt unter Berufung auf Regierungsbeamte, dass Nordkorea den illegalen Handel und die Geldfälscherei verstärkt habe. Damit sollten Einnahmeausfälle aus dem Verkauf von Raketen sowie Geldtransfers von in Japan lebenden Nordkoreanern wettgemacht werden. (APA/dpa)

Nordkorea hatte am Donnerstag erstmals eindeutig erklärt, Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt zu haben. Zugleich setzte Pjöngjang die Teilnahme an den Sechs-Länder-Gesprächen über ein Ende des Atomprogramms auf unbestimmte Zeit aus. Drei Gesprächsrunden, an denen sich neben Nord- und Südkorea und den USA auch China, Russland und Japan beteiligen, blieben ohne Durchbruch.

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