EU beschließt vertiefte Prüfung der Übernahme

23. Februar 2005, 13:43
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EU-Wettbewerbshüter sehen beträchtliche Wettbewerbsfolgen

Brüssel - Die Wettbewerbshüter in der EU-Kommission haben am Montag wie erwartet eine vertiefte Prüfung der Übernahme der Linzer VA Tech durch Siemens eingeleitet. Wie die Kommission in Brüssel mitteilte, hat eine erste von der EU-Behörde durchgeführte Untersuchung ergeben, "dass die geplante Übernahme beträchtliche Wettbewerbsfolgen nach sich ziehen könnte".

Grund dafür sei, dass sich die Tätigkeiten der beiden Unternehmen bei Wasserkraftanlagen, elektrischen Übertragungs- und Verteilungsanlagen, Schienenfahrzeuge, metallurgischer Industrieanlagenbau, Infrastruktur und Gebäudetechnik überschneiden oder in vertikaler Beziehung zueinander stünden, erklärte die Kommission. Eine viermonatige intensive Prüfphase leitet die Kommission immer ein, wenn Wettbewerbsbedenken gegen eine Übernahme bestehen.

Weltweit ähnliche Geschäftszweige

"Diese Übernahme betrifft eine für die Wirtschaft der EU strategische Branche", erklärte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. "Daher ist es von zentraler Bedeutung, dass die Kommission prüft, ob der wirksame Wettbewerb auf allen betroffenen Märkten erhalten bleibt."

Siemens und VA Tech seien weltweit in einer Reihe ähnlicher Geschäftszweige tätig. "Ihre Produkte kommen in Bereichen wie Kraftwerken, Hochspannungsleitungen, Lokomotiven, Stahlwerken und großen Gebäuden zum Einsatz. Bei einigen Produkten stehen die beiden Unternehmen nicht nur direkt im Wettbewerb, sondern sind ferner europa- und weltweit Marktführer", erklärte die Kommission. Die Brüsseler EU-Behörde habe daher eine zweite Prüfung eingeleitet.

Die EU-Wettbewerbshüter haben nunmehr 4 Monate Zeit, um zu beurteilen, ob das Übernahme den Wettbewerb auf den Märkten der EU und der EFTA beeinträchtigt. Mit dem Überschreiten des 90-Prozent-Anteils an der VA Tech hat Siemens am vergangenen Donnerstag - vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbshüter - die drittschwerste Übernahme eines Industrieunternehmens in Österreich unter Dach und Fach gebracht. (APA)

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