Entführer drohen verschlepptem Schweden mit Enthauptung

14. Februar 2005, 20:20
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Zeitplan zum Abzug der US-Soldaten gefordert

Stockholm - Entführer haben im Irak einen Schweden als Geisel genommen und nach Angaben seiner Familie mit seiner Ermordung gedroht. Der Sohn des entführten Schweden Minas al Yusifi sagte am Montag, sein aus dem Irak stammender Vater sei vor rund zwei Wochen verschleppt worden. Die Entführer forderten Lösegeld und einen Zeitplan zum Abzug der US-Soldaten aus dem Golfstaat, die durch UN-Truppen ersetzt werden sollten.

Der 60-Jährige habe beim Aufbau einer christlichen Partei im Irak geholfen. Der schwedische Königspalast erklärte, die Entführer hätten auch gefordert, dass sich der schwedische Monarch Carl Gustaf XVI. in die Sache einschalte. Der König werde von der Regierung ständig über den Fall auf dem Laufenden gehalten.

Die Familie des Entführten war vor rund 20 Jahren nach Schweden gezogen. Al Yusifi war indes vor wenigen Jahren in den Irak zurückgekehrt, um beim Aufbau der christlichen Partei zu helfen. Ein Vertreter der Partei sagte, Yusifi sei offenbar auf dem Weg zur Parteizentrale in Bagdad verschleppt worden. Christen stellen rund drei Prozent der irakischen Bevölkerung. Beim Aufstand gegen die US-Besatzungsmacht im Irak waren auch mehrfach christliche Kirchen Ziel von Anschlägen geworden. (APA/Reuters)

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