USA verurteilen Anschlag im Libanon

15. Februar 2005, 19:55
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Präsident "schockiert und verärgert" - Annan warnt vor Rückfall in Gewalt - USA wollen Schuldige für Anschlag auf Hariri bestrafen

Washington - Die US-Regierung hat den Bombenanschlag in Beirut und die Ermordung des früheren Regierungschefs Rafik Hariri am Montag scharf verurteilt. "Der Präsident war schockiert und verärgert", sagte sein Sprecher Scott McClellan im Weißen Haus.

Die USA wollen die Schuldigen für den Bombenanschlag bestrafen. Scott McClellan, erklärte, die USA würden mit anderen Ländern in der Region und mit dem Sicherheitsrat über Maßnahmen beraten, mit denen die Verantwortlichen für den Anschlag gestraft werden könnten.

Ziel sei es, die Gewalt und die Einschüchterung des libanesischen Volkes zu beenden und die Unabhängigkeit und die Souveränität Libanons wiederherzustellen, indem das Land von ausländischer Besatzung befreit werde.

McClellan erklärte, es sei noch unklar, wer hinter dem Anschlag stecke, aber die USA seien über die anhaltende fremde Besatzung besorgt. Syrien habe schon seit längerer Zeit Truppen in dem Land stationiert, was von den USA mit Sorge beobachtet werde.

Regierungen verantwortlich

Die Syrien-kritische Opposition im Libanon hat unterdessen den Regierungen in Beirut und Damaskus die Verantwortung für das tödliche Attentat auf Hariri zugewiesen. "Wir machen die libanesische Regierung und die dahinter stehende syrische Regierung für den Montag an Hariri verantwortlich", sagte der libanesische Parlamentsabgeordnete Bassem Sabeh am Montag nach einem Treffen von Oppositionspolitikern im Beiruter Haus der Familie von Hariri.

Unterdessen versuchten mehrere dutzend libanesische Jugendliche, ein Büro der syrischen Baath-Einheitspartei in Beirut zu stürmen. Die aufgebrachte Menge warf Fensterscheiben des Büros in einem sunnitischen Stadtteil im Süden der libanesischen Hauptstadt ein, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

Als Sicherheitskräfte eintrafen, unterbrachen die Jugendlichen den Verkehr auf der vorbeiführenden Straße und zündeten Autoreifen an. Auch in Hariris Heimatstadt Sidon im Süden des Landes blockierten hunderte aufgebrachte Menschen die Hauptverkehrsachse an der Mittelmeerküste mit brennenden Reifen.

Annan warnt vor Rückfall in Gewalt

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat nach dem tödlichen Attentat Hariri vor einem Wiederaufbrechen alter Konflikte in dem ehemaligen Bürgerkriegsland gewarnt.

"Derartige Taten sind ein Rückfall in ein Kapitel der libanesischen Geschichte, von dem wir hofften, dass es der fernen Vergangenheit angehörte", hieß es in einer am Montag in New York verbreiteten Stellungnahme Annans.

Es sei nun "unabdingbar, dass die gespannte Lage in der Region nicht weiter destabilisiert wird". Annan würdigte Hariris Leistung beim Wiederaufbau nach dem Bürgerkrieg und sprach von einem "immensen Verlust für den Libanon, die Region und die internationale Gemeinschaft". (APA/Reuters/Red

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