Wenn Gespenster in Klagenfurt Karten spielen

14. Februar 2005, 20:40
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Dietmar Pflegerls Inszenierung von Tschaikowskys "Pique Dame" am Stadttheater hält sich an bewährte Muster

Einsam ragt die Seebühne aus den vereisten Gestaden des Wörthersees, während sich einige Kilometer ostwärts deren bisher einziger "Glücksbringer" an einem Opernwerk versucht. Dietmar Pflegerls Inszenierung von Tschaikowskys "Pique Dame" hält sich an bewährte Muster: Behutsam zwischen konventioneller und sparsam "progressiver" Regie changierend entwirft er das klare Bild einer Dreiecksbeziehung im Dunstkreis mit Spielsucht garnierter Magie.

Dass dabei trotz manch tosendem Effekt mehr Rosamunde Pilcher denn Alfred Hitchcock zum Vorschein kommt, liegt wohl nicht ganz in seiner Absicht. Bernd-Dieter Müllers Bühnenbild ist raffiniert einfach: Vor einem in Weiß gehaltenen Hintergrund wechseln Akteure und Farben. Mit wohl tönendem Timbre brilliert Karin Zimmermann als Lisa und überzeugt auch schauspielerisch.

Wolfgang Bünten als Herrmann versucht unter Aufbietung eines ob der physischen Grenzleistung Respekt abringenden Dauer-Fortissimos Intonationsschwächen zu kaschieren. Souverän Christian Sist (als Graf Tomsky), stilsicher Serge Novique (als Fürst Jeletzky); Furcht einflößend Maria Candida als Gräfin. Chor und Orchester unter Guido Mancusi laufen zu erstaunlicher Form auf, letzteres etwas zu ungestüm im Umgang mit den Solisten. Einer visuell dominierten Ästhetik fügen sich akustische Besonderheiten nicht immer gleichrangig ein. (bay/DER STANDARD, Printausgabe, 15.02.2005)

Stadttheater Klagenfurt
0463/552 66-42
19.30 Uhr
  • Artikelbild
    foto: stadttheater/zoltan
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