Erzbischof rechnet nicht mit Einführung der Sharia

15. Februar 2005, 19:52
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"Laizistisches und säkulare Element zu stark"

Bagdad - Christliche Führungspersönlichkeiten im Irak rechnen nicht mit der Einführung des islamischen kanonischen Rechts, der Sharia, als staatliches Recht im Land. Unter den neuen Führungskräften sei das laizistische und säkulare Element zu stark, als dass sie das islamische kanonische Recht für den neuen Irak durchsetzen würden, erklärte der chaldäisch-katholische Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, am Montag laut Kathpress im Gespräch mit dem Missionspressedienst "Asianews".

In einer Wahlanalyse äußerte sich Sako zugleich zuversichtlich, dass sich auch die Sunniten künftig stärker an der Politik beteiligen würden, als ihre knappe Wahlbeteiligung vermuten ließe. Es werde eine Beteiligung der Sunniten an der Regierung geben, betonte Sako: "Die Schiiten und Kurden können nicht allein regieren. Auch wenn die großen Religionsführer sich nicht an den Wahlen beteiligt haben, wird die sunnitische Bevölkerung beteiligt sein", so der Erzbischof. (APA)

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