GM: Krisen an allen Ecken und Enden

23. Februar 2005, 13:05
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Weltgrößter Autokonzern unter dem massiven Druck Europas und Japans

New York - Bei General Motors (GM) kriselt es an allen Ecken und Enden. Zu Hause und weltweit steht der weltgrößte Autokonzern unter dem massiven Druck europäischer Autoriesen und der erfolgreichen Japaner, allen voran Toyota. Toyota hat Ford inzwischen als zweitgrößtes Autounternehmen der Welt überholt und setzt zum Endspurt auf die globale Führungsposition an. In Europa schreiben die zur GM Europe gehörenden Autohersteller Opel, Saab und Vauxhall tiefrote Zahlen. In den USA verliert GM trotz enormer Rabatte vor allem gegen die bessere Qualität der Japaner an Boden. Hinzu kommen gewaltige Kosten für Betriebspensionen und Krankenversicherung für hunderttausende ehemaliger amerikanischer GM-Mitarbeiter.

Bei Fiat ist GM-Konzernchef Rick Wagoner jetzt noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Er braucht dank einer kostspieligen Vereinbarung von 1,55 Mrd. Euro (2 Mrd. Dollar) nicht die restlichen 90 Prozent von Fiat zu kaufen. Nach Steuern kostet die Vereinbarung GM 840 Mio. Dollar oder 1,49 Dollar je Aktie. Das ist ein Betrag, der etwa einem Drittel des für 2005 anvisierten mageren GM-Jahresgewinns von vier bis fünf Dollar je Aktie entspricht. Nach Schätzung des Wall Street Journal könnten die Gesamtkosten für das Fiat-Abenteuer mehr als vier Mrd. Dollar betragen.

Aus für Saab?

Wagoner insistierte, dass sich die neue Vereinbarung durch Kostenersparnisse auszahlen wird. In einem Interview mit der New York Times betonte er, dass GM allein im vergangenen Jahr eine Mrd. Dollar Kosten gespart habe. GM Europe schreibt tiefrote Zahlen und will allein bei Opel 6500 Stellen abbauen. In Europa fiel 2004 ein hoher operativer Verlust von 976 (Vorjahr: 504) Mio. Dollar an. Saab tut sich ebenfalls sehr schwer. In der GM Führungsetage sei ein Richtungskampf ausgebrochen, ob das krisengeschüttelte schwedische Unternehmen geschlossen, verkauft oder durch eine Finanzspritze zu neuem Leben erweckt werden solle. (dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.2.2005)

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