Werk in Aspern geht an GM zurück

23. Februar 2005, 13:05
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Fragezeichen um Sechs-Gang-Getriebe

Wien - Die Opel Austria Motoren- und Getriebefabrik in Wien-Aspern, das zweitgrößte Motorenwerk Österreichs, geht in den nächsten drei Monaten wieder auf seinen ursprünglichen Eigentümer, den US-amerikanischen Autokonzern General Motors über.

Opel Austria Powertrain war von GM vor fünf Jahren in ein 50:50-Gemeinschaftsunternehmen mit Fiat eingebracht worden. Am Sonntag hatten sich GM und Fiat über die Bedingungen ihrer "Scheidung" geeinigt (siehe auch Geschichte oben) - unter ihnen die Auflösung der gemeinsam gehaltenen Powertrain-Joint-Ventures.

Übergabe innerhalb von 90 Tagen

Die 2000 in das Gemeinschaftsunternehmen eingebrachten Fabriken sollen nun binnen 90 Tagen an den ursprünglichen Eigentümer zurückgehen. Der Löwenanteil der heutigen Produktion in Wien-Aspern - sämtliche Motoren und praktisch alle FünfGang-Getriebe - gehen an Opel und sind daher von der Auflösung des Joint Ventures nicht betroffen.

Wohin mit dem Sechs-Gang-Getriebe?

Schwieriger ist die Situation beim neuen Sechs-Gang-Getriebe, in das in den vergangenen beiden Jahren in Wien hunderte Millionen Euro investiert worden waren. Von dem Getriebe wurden im vergangenen Jahr zwar erst 24.000 Stück produziert, es wird künftig aber einen relevanten Teil des Ausstoßes von Wien-Aspern ausmachen. In der Endausbaustufe wird die Jahreskapazität rund 800.000 Stück betragen.

Im Wiener Werk ging man Montagmorgen davon aus, dass das Sechs-Gang-Getriebe wie geplant auch an Fiat geliefert werden wird. Eine Sprecherin des Werks verwies darauf, dass das im Joint Venture entwickelte Getriebe M20-32 als intellektuelles Eigentum auch künftig gemeinsam GM und Fiat gehört. Darüber hinaus gebe es Aussagen, dass man sich auch künftig langfristig mit Komponenten für den Antriebsstrang versorgen wolle.

Opel Austria Powertrain hat im vergangenen Jahr etwa 370.000 Motoren und 700.000 Fünf-Gang-Getriebe erzeugt. Das Werk beschäftigte bei einem Jahresumsatz von geschätzten 670 Mio. Euro etwa 2000 Arbeitnehmer. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.2.2005)

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