Wir brauchen Experten - Die Ski-WM endete so, wie sie begann ...

22. März 2005, 16:05
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Mit Kommentaren von Seeger & Co, die dem Zuschauer vor Augen führten, wie hilflos er ohne diese Experten- aussagen wäre

Die Ski-WM endete so, wie sie begann. Mit Kommentaren von Seeger & Co, die dem Zuschauer vor Augen führten, wie hilflos er ohne diese Expertenaussagen wäre. Ein Beispiel? Im Teambewerb wurde oft betont, Männer würden schneller als Frauen fahren. Danke. Wir hätten das nie vermutet, trotz mehrwöchiger Einschulung durch ebendiese Experten über "kraftstrotzende Herren" und "tief sitzende Gesäße".

Von unverzichtbaren Fachkommentaren begleitet war auch das Ausscheiden von Nicole Hosp, der dann auch zwischen den Zeilen die Schuld daran gegeben wurde, dass man "nur" die Silberne in diesem Teambewerb gewann. Ja die Frauen blieben eben hinter den Erwartungen bei dieser WM. Böse, böse. Die Frage nach dem Warum wurde zwar deren Cheftrainer gestellt, seiner Allerweltsantwort wurde nur wenig entgegengehalten. Warum auch? Erstens hatte man ja die Herren zu feiern, vor allem "den Bennie" (oder hieß es: "unseren Bennie"?). Zweitens stellte man in diesen Ski-WM-Wochen nur selten wirklich unangenehme Fragen: Stattdessen wird dankenswerterweise nach Gründen fürs Scheitern gesucht. (Sie hatte Grippe! Der Schnee liegt ihr nicht.) Komisch, dass andere bei Unpässlichkeit und nicht angenehmen Schneeverhältnissen Weltmeisterinnen wurden.

Egal: Wenn gar nichts klappte, suchte Heinz Prüller nach einem Österreich-Bezug. Ein echter Patriot, der entdeckt, dass US-Medaillengewinnerinnen österreichische Trainer haben und in den heimischen Alpen trainieren. Wenn das kein Trost ist! (pi/DER STANDARD; Printausgabe, 15.2.2005)

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    foto: orf
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