Windholz kämpft für Orange statt für Blau

16. Februar 2005, 16:20
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Der Ex-FP-Landeschef ist jetzt Listenkandidat im niederösterreichischen Bruck an der Leitha

Bad Deutsch-Altenburg – Ob und wie weit er sich der real existierenden Politik der FPÖ noch verpflichtet fühlt, will Ernest Windholz im Gespräch mit dem STANDARD nicht verraten – "kein Kommentar". Es gehe ihm "nur noch um Bad Deutsch Altenburg, und zwar um das Beste für Bad Deutsch Altenburg", erläutert der ehemalige Landesparteiobmann und Landesrat der niederösterreichischen Freiheitlichen.

Zu den Gemeinderatswahlen am 6. März 2005 tritt der 44-Jährige in seiner Heimatgemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha mit einer eigenen Liste an. Das "Team Ernest Windholz – Parteifreie und Freiheitliche" setze sich " aus zwanzig engagierten Menschen" zusammen, betont er. Dreizehn davon gehörten keiner Partei an; die sieben anderen sind – wie er selbst – mit jenen Mandataren identisch, die derzeit für die FPÖ im Gemeinderat sitzen.

Und zwar aufgrund des absoluten Spitzenergebnisses, das die FPÖ bei der letzten kommunalen Kür im Jahr 2000 eingefahren hat: 38,3 Prozent, nur unbeträchtlich weniger als die in Bad Deutsch Altenburg traditionell stimmenstärkste SPÖ.

Keine Prognosen Ob er mit seiner neuen Liste an dieses Resultat aus der Zeit vor Knittelfeld anknüpfen wird können, scheint Windholz zumindest fraglich zu sein: "Man wird sehen, wo der Wähler uns hinplatziert", meint er. Des Wählers Gunst will er mit Forderungen wie "Senkung der Kanal- und Wassergebühren" und "Wiedereinführung eines Babypakets und Auszahlung eines Kinderstartgelds" erringen.

Handfeste Inhalte also statt skandalträchtiger Sprüche: Im Jahr 2000 hatte Windholz als frisch gewählter Parteichef der niederösterreichischen Freiheitlichen den Nazispruch "Unsere Ehre heißt Treue" zum Motto erhoben. Fünf Jahre später hat er sich vom strahlenden FP-Blau verabschiedet und sich erdigeren Farbtönen zugewandt. Das Banner seiner Liste sei "Orange", betonte er am Montag auf Journalistenanfrage hin. (DER STANDARD, Irene Brickner, Printausgabe, 15.2.2005)

  • Ernest Windholz: "Das Beste" für Deutsch-Altenburg.
    foto: standard/fischer

    Ernest Windholz: "Das Beste" für Deutsch-Altenburg.

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