Tahiti: Pattstellung nach Neuwahlen

17. Februar 2005, 09:39
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Politische Krise hält an - Chirac-Freund Flosse und Herausforderer Temaru ohne Mehrheit

Papeete - Französisch-Polynesien findet nicht aus der politischen Krise: Im Parlament des Inselreiches, das von Frankreich als autonomes "Überseeland im Rahmen der Republik" eingestuft wird, herrscht nach eigens angesetzten Teilwahlen auf den bevölkerungsreichsten Inseln Tahiti und Moorea vom Sonntag ein Patt.

Weder der um mehr Autonomie bemühte linke Wahlsieger Oscar Temaru noch der amtierende Präsident von Polynesien und Freund von Frankreichs Staatsoberhaupt Jacques Chirac, Gaston Flosse, haben eine eigene Mehrheit. Beide verfügen über 27 von 57 Sitzen. Drei Abgeordnete sind Zünglein an der Waage, sie wollen keines der beiden Lager unterstützen.

Zu Französisch-Polynesien im Pazifik zählen die Südsee-Inseln wie Tahiti oder Bora-Bora. Insgesamt leben dort 240.000 Menschen. Flosse ist seit zwei Jahrzehnten an der Macht, er vertritt das Gebiet auch für Chiracs UMP-Partei im Pariser Senat.

Im vergangenen Jahr hatte sein Rivale Temaru ihn mit Hilfe einer Splitterpartei gestürzt, die mit hauchdünner Mehrheit ausgestattete Koalition zerbrach aber nach vier Monaten im Streit und Flosse übernahm wieder die Macht. Sozialisten und Grüne sagten, der Wahlausgang habe den Willen der Nenschen nach einem Wechsel gezeigt. UMP-Spitzenvertreter Brice Hortefeux sprach dagegen von einer Wahl "für nichts", zumal es weiter keine klare Mehrheit gebe. (APA/AFP)

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