Österreicher starten mit viel Zuversicht

14. Februar 2005, 16:59
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Zuletzt starke Leistungen der Athleten heben Stimmung im ÖSV-Lager - Toni Innauer spekuliert in Oberstdorf mit vier bis fünf Medaillen

Oberstdorf - Zwei Tage vor Beginn der 45. Nordischen Weltmeisterschaften in Oberstdorf (16. bis 27.2.) hoffen Österreichs Nordische Direktoren, Toni Innauer und Markus Gandler, auf insgesamt vier bis fünf Medaillen aus ihren Sparten. Beide registrierten mit Freude die gelungene WM-Generalprobe in Pragelato.

Die Athleten von Innauer, für Skispringen und Kombination zuständig, haben am vergangenen Sonntag gleich zwei Weltcupsiege gelandet: Die ÖSV-Adler durften über einen Team-Weltcuperfolg jubeln und bei den Kombinierern sorgte Felix Gottwald für den ersten Einzel-Weltcupsieg seit März 2003. Und auch Gandlers Langläufer schafften durch Olympiasieger Christian Hoffmann mit Rang drei beim 15-km-Skating-Bewerb einen "Medaillenrang".

Adler haben etwas gut zu machen

Doch gerade die Skispringer sind mit zu optimistischen Prognosen vorsichtig. Bei den Titelkämpfen 2003 im Val di Fiemme und auch bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City war bei Edelmetall Fehlanzeige. "Wir haben aber einige Fehler, die gemacht worden sind, korrigiert", stellte Innauer gegenüber fest. So habe man in der Vorbereitung auf Predazzo zu wenig wert auf die Normalschanze gelegt. Dem wurde von Cheftrainer Alex Pointner mit Spezialtrainings auf 60- und 90-m-Schanzen entgegengewirkt.

"Wir sind Mitfavoriten in den Mannschaftsbewerben und sind auch Titelverteidiger im Normalschanzen-Mannschaftsbewerb. Natürlich ist es unser Ziel, auch einen Mannschaftsbewerb zu gewinnen. Im Einzel hängen die Trauben höher, da muss man mit Janne Ahonen, Roar Ljökelsöy und dem zweifachen Titelverteidiger Adam Malysz ganz stark rechnen", meinte Innauer. Aber natürlich, so der Olympiasieger von 1980, strebe sein Team auch eine Medaille im Einzel an.

Gottwald wieder da

Bei den Kombinierern freute er sich über den ersten Sieg von Gottwald seit langer Zeit. "Die Ursache des Siegs war, das er wesentlich besser gesprungen ist. Das ist der Schlüssel zum Erfolg für Gottwald." Trotz des Ausfalls von Wilhelm Denifl sei es Cheftrainer Günther Chromecek auch gelungen, das gute Niveau in der Mannschaft zu halten. "Im Team gehören wir zu den Topfavoriten und wir sind auch Titelverteidiger." Daher erhofft sich Innauer aus seinen beiden Sparten "drei bis vier Medaillen".

Nicht ins WM-Aufgebot geschafft hat es der mehrfache Ex-Weltmeister Andreas Goldberger, der im diesmal wieder ausgetragenen Teambewerb auf der Normalschanze zu den Titelverteidigern gehört hätte. "Wir haben ihm bis zum Schluss eine Chance gegeben, aber heuer konnte er sie nicht mehr nützen", meinte Innauer. Durchaus möglich, dass damit Goldbergers Karriere bei Großereignissen beendet ist, sollte der 32-jährige Oberösterreicher nicht noch eine weitere Saison anzuhängen.

Langläufer mit zwei heißen Eisen

Markus Gandler, Mitglied der Weltmeister-Staffel im Langlauf 1999, absolviert sein erstes Großereignis als ÖSV-Sportdirektor für Langlauf (und Biathlon). Der Tiroler hofft, dass die Langläufer im Allgäu an die Erfolge der Olympischen Winterspiele 2002 anschließen, bei denen Christian Hoffmann und Michail Botwinow nachträglich Gold und Silber erhalten hatten. "Diese beiden sind auch in Oberstdorf unsere Kandidaten, die Medaillen schaffen können", erklärte Gandler.

Gandler baut nach einem Aufbaujahr auf sein "kleines, aber feines Team". Er sei guter Dinge, die Hausaufgaben wurden gemacht. "Freilich darf nichts Unvorhergesehenes passieren, es müssen alle gesund bleiben", meinte er. Für die Staffel gibt es neben den Fixstartern Hoffmann und Botwinow drei Kandidaten, Gandler wäre mit einer Platzierung unter den Top Fünf zufrieden. Ein gutes Abschneiden erhofft er auch für den erstmals bei Weltmeisterschaften ausgetragenen Team-Sprint in der freien Technik, in dem Hoffmann (am Tag nach der 4 mal 10-km-Staffel) und ein weiterer Läufer das ÖSV-Duo bilden werden.

In den Einzelbewerben sind Hoffmann nach zwei Weltcup-Podestplätzen über 15 km Skating und Botwinow über 50 km klassisch am Schlusstag die größten Hoffnungsträger auf die anpeilte Langlaufmedaille. (APA)

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    Anton Innauer, Nordischer Direktor für Sprunglauf und Kombination, hofft auf eine WM-Renaissance der ÖSV-Adler.

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