Bilbaos "Ode an das Spektakel"

17. Februar 2005, 17:40
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Austrias Gegner Athletic erreichte nach 0:3 noch 4:4 - As: "Deshalb heißt San Memes auch La Catedral"

Bilbao/Wien - 0:3, 4:3, 4:4 - das sonntägige Duell zwischen Athletic Bilbao und Betis Sevilla in der 23. Runde der spanischen Primera Division hatte alle Ingredienzien, die ein Fußball-Leckerbissen braucht. Austrias UEFA-Cup-Gegner vom Mittwoch holte nach einem 0:3-Rückstand noch ein 4:4 (2:3). Das Publikum, dessen Lieblinge nun schon neun Liga-Partien ungeschlagen sind, dankte es mit "standing ovations", die Sport-Zeitung "Marca" mit einer fetten Überschrift: "Eine Ode an das Fußball-Spektakel".

Die Torlawine im San Mames-Stadion wurde auch von der Nachrichtenagentur EFE entsprechend gewürdigt. Eine "magische Nacht" hätten die 25.000 Zuschauer erlebt. Das Sportblatt "As" schwelgte ebenfalls: "Wegen solcher Partien heißt San Mames auch "La Cetedral". Und die baskische Tageszeitung "El Diario Vasco" fragte lapidar: "Was ist für dieses Athletic schon ein 0:3?" Sie erinnerte damit daran, dass Athletic bereits vor drei Wochen gegen Osasuna Pamplona ein 0:3 aufgeholt und in einen 4:3-Sieg verwandelt hatte.

Vor den Augen des ebenfalls beeindruckten Austria-Spions Manfred Kern schien bereits nach 23 Minuten alles zu Gunsten von Betis gelaufen. Die Basken lagen nach Toren von Oliveira (4., 23.) und Joaquin (11.) 0:3 zurück. Mit einem sensationellen Kraftakt stellten die Hausherren bis zur 70. Minute aber auf 4:3. Einem Doppelschlag von Urzaiz (31., 33.) war knapp nach der Pause der Ausgleich durch Gurpegui (47.) gefolgt, ehe Yeste (70.) sogar für die 4:3-Führung sorgte.

Dass der Brasilianer Oliveira mit seinem dritten Tor (81.) für die Andalusier noch das 4:4 rettete, wurde angesichts der Dramatik des Spiels sogar in San Mames als eine Art ausgleichende Gerechtigkeit akzeptiert. Selbst wenn das Ergebnis eigentlich weder Athletic noch Betis nützte. Beide kamen in ihren Ambitionen, im kommenden Jahr in der Champions League oder im UEFA-Cup am Ball zu sein, nicht wirklich weiter. Betis rangiert auf dem fünften, Athletic auf dem neunten Tabellenplatz.

Neben Betis-Stürmer Oliveira sorgte vor allem Fran Yeste für Aufsehen. Und zwar nicht nur, weil sich die Athletic-Spitze erstmals mit strohblond gefärbten Haaren präsentierte. Vielmehr war er an allen vier Toren beteiligt. Vor seinem Treffer hatte er Urzaiz und Gurpegui bereits drei Mal perfekt als Corner-Schütze mit Vorlagen bedient. "Ein glorreicher Abend" für Yeste, lobte EFE und legte sogar noch nach: "In San Mames ist Athletic wirklich sehr viel Athletic."(APA)

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    Yeste heizt das Publikum an - Austria muss sich auf einen hammerharten Gegner gefasst machen.

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