Kurt Jara als Trainer der Stunde

18. Februar 2005, 11:25
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Tiroler: "Müssen uns überall verbessern" - Klubchef Jäggi möchte Vertrag verlängern - Schock für Bayern: Niederlage in Bielefeld

Kaiserslautern - Der 1. FC Kaiserslautern ist in der deutschen Bundesliga die "Mannschaft der Stunde", sieben Spiele ungeschlagen, die Nummer eins in der Frühjahrstabelle und hat mit dem 2:1 am Samstag gegen Hansa Rostock den sechsten Heimsiege in Serie gefeiert. Als Neunter in der Tabelle fehlen nur noch vier Punkte auf einen UEFA-Cup-Platz. Die "Roten Teufel" befinden sich derzeit im siebenten Fußball-Himmel, doch Kurt Jara bleibt wie stets auf dem Boden der Realität.

"Nicht euphorisch werden"

Der Trainer aus Österreich bleibt seinem Naturell treu, sein Motto lautet auch nach dem jüngsten Höhenflug: "Nicht verrückt machen, wenn es nicht läuft. Nicht euphorisch werden, wenn es super läuft!" Als oberstes Ziel gilt nach wie vor: Schnellstens 40 Punkt erreichen und mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Um Richtung internationales Geschäft zu schielen, bedarf es noch reichlich Arbeit. "Wir müssen uns punktuell überall verbessern", sagt Jara dem Fachmagazin "kicker" (Montag-Ausgabe).

Durch den Tabellenkeller gegangen

Dass der 54-Jährige, der mit den Pfälzern nach der zehnten Runde noch Tabellenschlusslicht war, seine Arbeit in der Pfalz fortsetzen will, steht längst außer Frage. Spätestens im Frühjahr will Klubchef Rene C. Jäggi den Vertrag mit dem Trainer verlängert haben. Der Schweizer stand auch in schlechten Zeiten, als dem Österreicher im Herbst der Rauswurf drohte, zu Jara. Er sei glücklich, an ihm festgehalten zu haben. "Jara blieb immer ruhig, souverän, ganz Gentleman. Er hat nie laut rumgebrüllt, stellte sich immer voll vor die Mannschaft. Jara war jederzeit Herr der Lage", so Jäggi.

Liebling vom Betzenberg

Vom Buhmann ist der Tiroler längst zum Liebling des Betzenbergs aufgestiegen. Was anfangs überhaupt nicht passte, hat plötzlich Zukunft. Neben den Fans schwärmen auch die Spieler von ihm. "Der Trainer hat weder sich, noch seine Methoden verändert. Er findet immer die richtigen Worte, lässt die Spieler spüren, ob er zufrieden ist oder mehr erwartet", meint Jung-Teamspieler Marco Engelhardt, und das Eigengewächs Thomas Riedl fügt hinzu: "Er gibt uns Spielern viele Freiheiten und Verantwortung. Ich denke, er ist der ideale Trainer".

"Wenn man mir Zeit gibt..."

Jara geht seinen Weg, lässt sich durch nichts und niemanden beeinflussen. Das Klischee, zu weich und zu sehr Freund der Spieler zu sein, kennt er. "Ich bin konsequent. Ich bleibe meinem Stil treu", sagt er. Dampf ablassen, Ärger rauslassen, nur nichts in sich reinfressen - das ist seine Art der Frustbewältigung. Einfach alles hinschmeißen ist nicht seine Art. "Schon als Spieler hat man mir nachgesagt, ich könnte nicht kämpfen. Dann werde ich nur stärker, möchte ich unbedingt beweisen, dass ich es doch kann. Wenn man mir Zeit gibt ...".

Enttäuschung bei Bayern

Nach der ersten Niederlage im neuen Jahr hat der FC Bayern München seine Spitzenposition noch behauptet, doch im Schongang wird der deutsche Rekordmeister seinen 19. Titelgewinn nicht erreichen. "Wenn man Meister werden will, muss man auswärts viel dominanter auftreten", befand DFB-Teamspieler Michael Ballack am Sonntag nach dem 1:3 gegen Arminia Bielefeld. Trainer Felix Magath flüchtete sich angesichts des verlorenen Drei-Punkte-Polsters auf den Konkurrenten Schalke 04 in Galgenhumor: "Das freut doch viele, dass wir es wieder spannend gemacht haben."

Lehrstunde in Sachen Konterfußball0

Tatsächlich aber war Magath verärgert über die schwache Vorstellung seines Teams, das vom aufopferungsvoll und leidenschaftlich kämpfenden Aufsteiger eine Lehrstunde in Sachen Konterfußball erhalten hatte. "Es gibt Gegner, mit denen man nicht so zurecht kommt. Das war halt nicht unser Spiel", meinte Magath nach dem Ende der Erfolgsserie von neun Spielen ohne Niederlage.

Magath will "nicht dramatisieren"

Als einen Rückschlag im Titelrennen wollte Magath die Niederlage aber nicht verstanden wissen. "Man darf das alles nicht so dramatisieren. Auch wenn man Meister wird, hat man solche Spiele in der Saison", meinte der Bayern-Coach, dessen Mannschaft den Bielefeldern den ersten vollen Erfolg nach sechs sieglosen Partien bescherte.

Leverkusen am Vormarsch

Mit dem 2:0-Sieg in Mainz pirschen sich die Leverkusener schön langsam wieder an die Spitzenplätze heran. Nur noch sechs Punkte beträgt der Rückstand auf das Spitzenduo, doch Trainer Klaus Augenthaler will von einem möglichen Meistertitel nichts hören. "Titelkampf, Titelkampf, ich kann es nicht mehr hören. Wenn man ganz oben mitspielen will, braucht man Konstanz", grantelte der frühere GAK-Coach. Doch davon könne man erst sprechen, "wenn man drei, vier Spiele solche Leistungen zeigt". Dafür schielt Bayer-Sportdirektor Rudi Völler wieder auf einen Champions-League-Rang: "Wichtig ist, dass wir nun nur noch zwei Punkte hinter dem Tabellendritten Werder Bremen liegen."

Mainz-Trainer bewahrt Ruhe

Mit erstaunlicher Lockerheit begegnete Mainz-Trainer Jürgen Klopp der siebenten Niederlage in Serie. "Die Mannschaft hat im Herbst überragend gespielt, und wir werden auch wieder Spiele gewinnen, denn wir sind gierig danach."(APA)

21. Runde

Bayern stolpern in Bielefeld
1:3 gegen die Arminia - Schalke nach klarem 3:0 über Wolfsburg wieder gleichauf - Jara mit Lautern weiter erfolgreich

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    Jara hat den 1. FCK wieder auf Vordermann gebracht.

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