T-Mobile, tele.ring und Hutchison treten gemeinsam gegen Mobilkom Austria auf

28. Februar 2005, 11:51
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Angst vor Wettbewerbsverzerrung - Offener Brief an Gorbach und Telekom-Regulator - Betreiber befürchten wirtschaftliche Einbußen von 407 Millionen Euro

Die drei Mobilfunkbetreiber T-Mobile Austria, tele.ring und Hutchison ("3") befürchten eine Wettbewerbsverzerrung auf dem heimischen Handymarkt zu Gunsten der Mobilkom Austria. Hintergrund dafür ist die bevorstehende Neuregelung bei den Terminierungsentgelten, die Handynetzbetreiber ihren Mitbewerbern für die Zustellung von Gesprächen in die jeweiligen Mobilfunknetze bezahlen müssen.

Marktführerschaft der Mobilkom weiter festigen und ausbauen?

Die drei Betreiber haben sich daher in einem offenen Brief an Verkehrsminister Hubert Gorbach (F), Staatssekretär Eduard Mainoni (F), ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) und den Vorsitzenden der Telekom Control Kommission (TKK), Eckhard Hermann, gewendet. Das neue Regulierungsmodell, das von der TKK am 21. Februar vorgelegt wird, könnte zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung führen und die Marktführerschaft der Mobilkom weiter festigen und ausbauen, heißt es in dem der APA vorliegenden Schreiben. Dies widerspräche den regulatorischen Zielen des Telekomgesetzes.

Nachteile

Das neue Regulierungsmodell führe zu einem wirtschaftlichen Nachteil von insgesamt mehr als 407 Mio. Euro bei den alternativen Mobilfunkbetreibern zu Gunsten der Telekom Austria-Gruppe von 2005 bis 2010, haben T-Mobile, tele.ring und Hutchison errechnet. Die Mobilkom selbst habe durch diese Berechnung einen wirtschaftlichen Vorteil von 96 Mio. Euro.

"Nur bei gleichen Markt- und Kostenverhältnissen gerechtfertigt"

Bei der Berechnung dieses einheitlichen Entgelts gehe die TKK von ausgeglichenen Kosten- und Marktverhältnissen aus, was jedoch auch langfristig betrachtet eine unrealistische Marktsprognose sei, kritisieren die Betreiber weiter. Die Festlegung einheitlicher Entgelte sei aber "nur bei gleichen Markt- und Kostenverhältnissen gerechtfertigt". Die TKK sollte vielmehr die individuelle Kostensituation der einzelnen Betreiber in ihrer Berechnung berücksichtigen.

9,5 Cent für alle Betreiber

Der Telekom-Regulator will die Terminierungsentgelte, die aktuell je nach Betreiber unterschiedlich hoch sind, bis 2010 auf einem Niveau von rund 9,5 Cent für alle Betreiber vereinheitlichen. Derzeit bekommt die Mobilkom von ihren Mitbewerbern für die Gesprächszustellung 10,86 Cent, T-Mobile 13,18 Cent, One 13,80 Cent, tele.ring 15,99 Cent und Hutchison als jüngster Marktteilnehmer sogar 19,62 Cent. Im EU-Vergleich liegen die österreichischen Terminierungsentgelte im unteren Drittel, betont die Regulierungsbehörde RTR. (APA)

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