Privatleben und wissenschaftliche Karriere?

14. Februar 2005, 13:30
6 Postings

Vereinbarkeit wird großteils in Bezug auf Frauen diskutiert - Linzer Tagung im März widmet sich der work-life-balance

Linz/Wien - Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit, ist ein bedeutsamer Faktor für die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Firma oder Organisation. So auch von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern an Universitäten. work-life-balance beschreibt das Verhältnis zwischen beruflichem Engagement und Privatem, wobei die Verantwortung für eine zufriedenstellende Balance großteils von der jeweiligen Organisationskultur, von Rahmenbedingungen, Zielsetzungen und Arbeitsprozessen beeinflusst wird.

Mit dem wachsenden Stellenwert der Strategie Gender Mainstreaming und der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern, gewinnt die Diskussion um die Vereinbarkeit von beruflicher Tätigkeit und Privatem zunehmend an Bedeutung. Um Gleichstellung im beruflichen Alltag zu erreichen, sind Maßnahmen, Arbeitsbedingungen und Strukturen nötig, die die optimale Kombination von beruflicher Tätigkeit mit einem ausgefüllten Privatleben zulassen.

Diskussion in Bezug auf Frauen

Die Thematik der Vereinbarkeit, insbesondere im Sinne der Familienarbeit, wird bis heute großteils in Bezug auf Frauen diskutiert. Dies spiegelt sich in zahlreichen Vereinbarkeitsmodellen wider, die sich an Frauen richten. Solche Maßnahmen, die für Frauen konzipiert wurden, fördern letztendlich die klare Arbeitsteilung, die Frauen die Familienarbeit als Hauptverantwortliche zuschreibt. Moderne Managementinstrumente und Unternehmenskonzepte, die dieser festgelegten Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern entgegenwirken, sind im Sinne der Gleichstellungspolitik unerlässlich.

Vor allem an Universitäten, im wissenschaftlichen Bereich, gestalten sich die Grenzen zwischen Privatleben und bezahlter Arbeitszeit als fließend. Die Abgrenzung ist in der wissenschaftlichen Forschungsarbeit für die Wissenschafterinnen und Wissenschafter häufig besonders schwierig. In diesem Zusammenhang ergeben sich für Frauen, aber auch für Männer mit Betreuungspflichten oft Zeitkonflikte, weil die undefinierten Arbeitszeiten in der wissenschaftlichen Tätigkeit nicht als klassische Überstunden erkannt werden, da ein verbindlicher Zeitrahmen für die Forschungsarbeit oft nicht existiert. Die Vereinbarkeit von Privatleben und wissenschaftlicher Berufstätigkeit wird dadurch erschwert. Zumeist sind es die Frauen, die zugunsten der Familiengründung auf eine eigene wissenschaftliche Karriere verzichten.

Tagung

Zu dieser spannenden Thematik findet am 10. und 11. März an der Universität Linz eine Fachtagung statt: "work-life-balance & Wissenschaft – ein Widerspruch?". In einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde werden am 10. März um 19 Uhr im Unicenter der Universität Linz Wissenschafter und Wissenschafterinnen aus Linz und Salzburg diskutieren. Am 11. März werden ab 9 Uhr international renommierte Expertinnen und Experten zur Frage der work-life-balance, der Ausgewogenheit zwischen beruflichem Engagement und einem hochwertigen Privatleben, referieren und Workshops abhalten.

Nähere Informationen unter www.frauen.jku.at/karrierelinks.

Anmeldungen zur Veranstaltung unter der Telefonnummer 0732/2468 1252. Kinderbetreuung ist auf Wunsch vorhanden. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.