Spam-Problem nimmt weiter zu

8. April 2005, 09:36
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Trotz massiver Gegenmaßnahmen der österreichischen Internet-Provider ist kein Ende in Sicht

In den vergangenen zwei Jahren hat laut der amerikanischen E-Mailsicherheitsfirma Postini Spam um 65 Prozent zugenommen. Heute sind bereits drei Viertel aller E-Mails weltweit unerwünschte Werbenachrichten (Spam). Obwohl die Internet-Service-Provider (ISPs) in Österreich und auch international inzwischen eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen haben. "Es ist wie ein Kampf gegen Windmühlen", stellt Kurt Einzinger, Generalsekretär des Verbands der ISPs (ISPA), resignierend fest. "Don Quichote ist ein Lercherl gegen uns."

Schutz

Die österreichischen Internet-Provider haben stark aufgerüstet um diesen Problem zu begegnen und ihre Kunden davor zu schützen. Laut einer soeben abgeschlossenen von der ISPA intern durchgeführten Befragung der ISPs bieten gegenwärtig 90 Prozent allen Internet Zugangsprovider Spamschutz an. Und 85 Prozent bieten Virenschutz an. In einem Arbeitskreis werden die Maßnahmen koordiniert und in einer freiwilligen Selbstverpflichtung wird dargelegt, wie ISPs mit dem Problem umgehen.

Mittels einer von den ISPs selbst betriebenen Black-and-White-List wird versucht die Gefahr der Blockierung des österreichischen E-Mail-(Ham)-Verkehrs durch im Ausland betriebener Black-Lists zu entschärfen. Außerdem wurden durch die ISPA im Zusammenwirken mit mobilkom austria und UPC-Telekabel Forschungsarbeiten zur Spämbekämpfung initiert und gefördert.

Problematik

"Leider ist die österreichische Gesetzeslage bei unseren Bemühungen nicht unterstützend", kritisiert der ISP Vertreter Einzinger. "Entgegen allen EU Bemühungen und österreichischer Lippenbekenntnissen, haben wir seit dem Telekommunikationsgesetz 2003 noch immer eine Gesetzesbestimmung die Spammen faktisch ermöglicht. Hier hat der Gesetzgeber eine Entwicklung verschlafen und sollte schleunigst aufwachen."

Austausch

Auf der anderen Seite sei zu begrüßen, dass Österreich mit 13 anderen europäischen Ländern einen Informationsaustausch und die grenzüberschreitende Verfolgung von Beschwerden zur europaweiten Bekämpfung unerwünschter elektronischer Post vereinbart hat. Nur eine gemeinsame Vorgehensweise von Industrie und Behörden auf globaler Basis werde dem Spam-Problem wirksam entgegentreten können. (red)

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ISPA

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