Nach Akteneinsicht: "Sehr dünne Suppe"

14. Februar 2005, 19:24
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ÖFB-Vertreter Hübel: "Nichts Neues", Bundesliga-Vorstand Pangl: "Sind beruhigt"

Berlin/Wien - ÖFB-Vertreter Herbert Hübel ist am Montag ohne neue Erkenntnisse in Bezug auf eine mögliche Verwicklung des österreichischen Bundesligisten SW Bregenz in den deutschen Wettskandal zurückgekehrt. "Es gibt - Gott sei Dank - nichts Neues, außer den schon bekannten vagen Verdachtsmomenten gegen Bregenz", sagte der Präsident des Salzburger Fußball-Verbandes nach Einsicht der Ermittlungsakten in der "Causa Hoyzer" in Berlin und sprach in diesem Zusammenhang von einer "sehr dünnen Suppe".

Hübel wird nun dem ÖFB und der Bundesliga Bericht erstatten. "Die Bundesliga wird dann mit den Vereinen sprechen und die weitere Vorgehensweise beraten."

Der deutsche Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer hatte gegenüber der Berliner Staatsanwaltschaft angedeutet, dass SW Bregenz in die Affäre verstrickt sein könnte. Demnach hätte Filip. S., einer der drei verhafteten mutmaßlichen Drahtzieher der kriminellen Machenschaften, Kontakte zu einem Bregenz-Goalie gehabt.

Das verhaftete Trio hüllt sich im Gegensatz zu Hoyzer derzeit offenbar noch in Schweigen. "Sobald einer von ihnen etwas zu der Sache sagt, werden wir wieder Akteneinsicht beantragen", erklärten Hübel.

SW Bregenz-Präsident Hans Grill erklärte dazu am Montag in Wien im Rahmen der Pressekonferenz zum Bundesliga-Saisonstart: "Ich werde mit Bundesliga-Vorstand Georg Pangl reden, ob es etwas bringt, wenn alle Kaderspieler bei uns eidesstattliche Erklärungen unterschreiben."

Pangl beruhigt

Bundesliga-Vorstand Georg Pangl hat die Nachricht von Hübel mit Erleichterung zur Kenntnis genommen. "Wir sind beruhigt, dass die Bundesliga nicht wirklich in den Wettskandal verstrickt ist. Sollte es aber Verdachtsmomente geben, werden wir alles restlos aufklären und Maßnahmen setzen", erklärte der Burgenländer im Ö1-Mittagsjournal des ORF.

Der Jurist Hübel vereinbarte übrigens am Montag, dass die Berliner Staatsanwaltschaft direkt mit ÖFB und Bundesliga Kontakt aufnehmen wird, sobald neue Verdächtigungen auftreten.

Unterdessen haben die österreichischen Bundesliga-Schiedsrichter eine gemeinsame Resolution verabschiedet, in der betont wird, die Unparteiischen hätten nie auf ein Spiel gewettet und würden dies auch in Zukunft nicht tun.(APA)

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