Comdirect sieht wegen Investitionen 2005 Gewinneinbruch

21. Februar 2005, 13:08
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Bis 2009 soll Vorsteuergewinn verdoppelt werden

Deutschlands größter Online-Broker Comdirect erwartet in diesem Jahr wegen höherer Kosten für Investitionen einen klaren Gewinnrückgang. Bis 2009 will die Tochter der Frankfurter Commerzbank ihren Gewinn aber verdoppeln und deutlich mehr Kunden an sich binden.

Erwartungen

In diesem Jahr sei mit einen Vorsteuergewinn von nur noch 35 Millionen Euro zu rechnen, teilte Comdirect am Montag mit. Damit würde das Unternehmen aus Quickborn bei Hamburg fast ein Drittel unter seinem Ergebnis für 2004 bleiben. Denn im vergangenen Jahr kam die Gesellschaft auf die Rekordmarke von 51,1 Millionen Euro nach 39,1 Millionen im Jahr 2003. Analysten hatten Comdirect im Schnitt aber 52,4 Millionen Euro beim Vorsteuergewinn zugetraut.

Ausblick

Der neue Vorstandschef Andre Carls will mit Hilfe eines breit angelegten Investitionsprogrammes die bisher großen Ergebnisschwankungen durch eine Ausweitung der Bank- und Beratungsdienstleistungen auffangen und den Vorsteuergewinn bis 2009 verdoppeln. Bisher ist das im Nebenwerte-Index MDax gelistete Unternehmen als Broker fast komplett von der Börsenentwicklung und den Wertpapieraufträgen seiner 621.000 Kunden abhängig. In den Jahren 2005 bis 2007 sollen Investitionen von zusätzlich mehr als 50 Mio. Euro getätigt werden, um unter anderem 150.000 neue Kunden zu gewinnen. Zudem sollen in diesem Zeitraum 45.000 neue Girokonten eröffnet werden.

2004 blieb Comdirect unter dem Strich ein Gewinn von 34 Millionen Euro - ein Plus von gut 45 Prozent. Davon werden die Aktionäre in Form einer höheren Dividende profitieren. Die Gewinnausschüttung soll für 2004 um 50 Prozent auf 0,24 Euro je Aktie steigen.

Die Kosten lagen 2004 mit 103,6 Millionen Euro knapp acht Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Provisionsüberschuss kletterte um 4,8 Prozent auf 87,1 Millionen Euro. (APA/Reuters)

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