Arlberg: Auch niederländische Königsfamilie sitzt fest

15. Februar 2005, 09:54
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15.000 Menschen vom Schnee eingeschlossen - Wintersportorte Stuben, Zürs und Lech von der Außenwelt abgeschnitten

Wien/Innsbruck - Von Norden und Süden wird Österreich derzeit wettermäßig in die Zange genommen. Sowohl ein Sturmtief über Skandinavien als auch ein Italien-Tief sorgen seit gestern für Schneefall. Die Folge: Hohe Lawinengefahr und von der Außenwelt abgeschnittene Urlauber.

Rund 15.000 Menschen in den Vorarlberger Skiorten Zürs, Lech und Stuben, darunter die niederländische Königsfamilie, hatten am Montag keine Möglichkeit, ihre Urlaubsdomizile auf Straßen zu verlassen. Alle Zufahrtswege waren wegen Lawinengefahr gesperrt worden, nachdem seit Sonntag bis zu 50 Zentimeter Neuschnee gefallen waren. Wann die Straßen wieder frei sind, stand Montagnachmittag noch nicht fest.

Noch mehr Schnee

Bis zumindest Mittwoch wird es weiter teilweise heftig schneien, prophezeien die Meteorologen. Was die Lawinengefahr noch erhöht. In Vorarlberg herrscht derzeit die Warnstufe 4, in den anderen Alpengebieten pendelt die Warnstufe ebenfalls zwischen den Werten 3 und 4.

Der Tiroler Lawinenwarndienst mahnt daher speziell Tourengeher zu großer Vorsicht. Der starke Wind habe zu großen Verfrachtungen der teils beträchtlichen Neuschneemengen geführt. "Die kalten Temperaturen machen die Schneedecke zusätzlich spröde", sagt Lawinenexperte Patrik Nairz im Gespräch mit dem STANDARD. Aufgrund der "hohen Störanfälligkeit" seien schon bei geringer Zusatzbelastung Lawinenabgänge "wahrscheinlich". Deshalb gilt auch in Tirol Warnstufe vier auf der fünfteiligen Skala, Wintersportler sollten die markierten Pisten nicht verlassen. Vereinzelt gab es auch bereits größere Spontanabgänge wie im Ziller- und Wattental. Siedlungen sind laut Warndienst derzeit aber nicht gefährdet.

Sturmtief

Das "Ulf" genannte Sturmtief aus dem Norden hatte in Norddeutschland und Skandinavien noch schwerer wiegende Auswirkungen als in Österreich. In der Region wurden mindestens drei Menschen getötet, Zehntausende Haushalte in Südschweden und Dänemark waren bis Montag ohne Strom. (moe/bs, DER STANDARD – Printausgabe, 15.02.2005))

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