Katharina Wagner schließt Intendanz in Bayreuth nicht aus

21. Februar 2005, 21:32
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Inszenierung von Albert Lortzings Oper "Der Waffenschmied" hat am 20.2. Premiere im Münchner Gärtnerplatztheater

München - Die Regisseurin Katharina Wagner schließt nicht aus, langfristig die Leitung der Bayreuther Festspiele zu übernehmen. Derzeit stehe dies zwar nicht auf der Tagesordnung, sagte die 26-Jährige der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Allerdings wolle sie auch nicht kategorisch ausschließen, ihrem Vater Wolfgang Wagner (85), Bayreuther Festspielchef auf Lebenszeit, einmal nachzufolgen. "Da müssen auch die persönlichen Lebensumstände stimmen", sagte die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner.

Momentan sei die Frage eher hypothetischer Natur. "Ich habe kein Konzeptpapier, dass ich aus der Tasche herausziehe." Sie konzentriere sich lieber auf das Tagesgeschäft.

Regiedebüt im Herbst 2002

Nach ihrem Regiedebüt im Herbst 2002 mit einer viel beachteten Inszenierung des "Fliegenden Holländers" am Stadttheater Würzburg und einem "Lohengrin" in Budapest im vergangenen Jahr bringt Katharina Wagner am kommenden Sonntag (20. Februar) Albert Lortzings Oper "Der Waffenschmied" auf die Bühne des Münchner Gärtnerplatztheaters.

An Lortzings 1846 in Wien uraufgeführter Oper habe sie vor allem der Ständekonflikt Bürger gegen Adel gereizt. "In der Oper steckt mehr Potenzial als man vermutet, auch wenn sie so biedermeierlich daherkommt." Lortzing habe ständig an der Zensur vorbeischreiben müssen. Sie werde die Oper aber nicht ins Jahr 2005 transportieren, verrät die Regisseurin, die zusammen mit ihrem Dramaturgen Robert Sollich und Bühnenbildner Alexander Dodge auf Teamarbeit setzt.

26-Jährige wird 2007 in Bayreuth die "Meistersinger" inszenieren

"Zur Abwechslung mal nicht Wagner, das tut auch ganz gut", meinte die 26-Jährige, die 2007 in Bayreuth die "Meistersinger" inszenieren wird. Schon als Kind habe sie in dem Stück auf der Festwiese mitgewirkt. "So hatte mein Vater Gewissheit, dass ich das Stück kenne", schmunzelte Katharina Wagner. Dagegen würde sie sich den "Tristan" im Moment noch nicht zutrauen. Aber "Christoph und Isolde" seien ein sehr gutes Pärchen, meinte Katharina Wagner. Mit der Neuinszenierung von "Tristan und Isolde" in der Regie Christoph Marthalers werden die diesjährigen Festspiele am 25. Juli eröffnet.

Als nächstes plant Katharina Wagner 2006 einen Ausflug ins Italienische, "aber nicht in München". Mehr wolle sie noch nicht sagen. Danach würden dann die Vorbereitungen für die "Meistersinger" beginnen, ein Stück bei dem sie schon 1996 ihrem Vater in seiner damaligen Inszenierung über die Schultern geschaut hat. Pläne für eine nächste Bayreuth-Regie gebe es nicht. "Endlose Katharina- Wagner-Inszenierungen sind doch auch fürs Publikum eine Zumutung. Das verträgt Bayreuth nicht." (APA/dpa)

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