Deutscher Kleinkunstpreis an "Gunkl"

24. Februar 2005, 16:44
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Günther Paal gelinge "der Brückenschlag zwischen Naturgesetzen und Tücken des Alltags grandios" - Gerhard Bronner erhielt Ehrenpreis

Mainz - Der österreichische Kabarettist Günther Paal, alias Gunkl, ist mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet worden. Er erhielt die Auszeichnung in der Sparte "Kleinkunst". Ein weiterer Österreicher erhielt am Sonntagabend im Mainzer Forum-Theater "unterhaus" einen Ehrenpreis im Bereich Chanson/Lied/Musik: der Mitbegründer des Wiener Nachkriegskabaretts Gerhard Bronner. In der Sparte "Kabarett" einigte sich die Jury auf die in Hamburger lebende Lisa Politt.

"Brückenschlag zwischen Naturgesetzen und Tücken des Alltags"

Paals "Gunkl" gelinge "der Brückenschlag zwischen Naturgesetzen und Tücken des Alltags grandios", urteilte die Jury. Bronner startete bereits in den 50er Jahren als Textautor, Komponist und Interpret seine Bühnenlaufbahn. "Sein Einfluss auf das politische, deutschsprachige Kabarett ist einzigartig", hieß es. Politt war 2003 bereits als erste Frau mit dem Deutschen Kabarett-Preis (Nürnberg) geehrt worden.

Der Deutsche Kleinkunstpreis ist der älteste, renommierteste und höchst dotierte Preis (insgesamt 20.000 Euro) dieser Art in der Bundesrepublik. Er wurde heuer zum 33. Mal vergeben. Die Stadt Mainz vergibt dazu einen Förderpreis, der dieses Jahr an den Kabarettisten Hagen Rether ging.

"Salzburger Stier" 1996

"Gunkl" wurde 1996 mit dem Kabarett-Preis "Salzburger Stier" ausgezeichnet. Sein aktuelles Soloprogramm trägt den Titel "Vom Leben". Es ist sein siebentes. Auf der Kino-Leinwand trat Paal 2003 als "Geist der 70er" in dem Streifen "Ravioli" in Erscheinung.

Mit seinen schier endlosen Programmnamen stellte der 42-Jährige frühere Kellner und Saxophonist zuweilen die Merkfähigkeit seines Publikums auf eine harte Probe, was er auch selbst einräumte: Er titelte etwa mit "Ich muss mich jetzt genug konzentrieren, damit ich diese quasimetasprachliche Geschichte halbwegs glaubwürdig und nachvollziehbar auf die Bühne stell'" oder mit "Grundsätzliche Betrachtungen - anschaulich gemacht an kuriosen Einzelleistungen der Tücke des Alltags, was als Programmtitel vermutlich ein bisschen zu lang ist, zumal darin eine, sei'n wir 'mal ehrlich, sehr unelegante Genitivkette enthalten ist".

Moderiert wurde der Abend im Forum-Theater "unterhaus" von Vorjahres-Preisträger Frank-Markus Barwasser, alias "Erwin Pelzig". Eine Fernsehaufzeichnung wird am Sonntag, dem 19. Februar ab 22:06 Uhr auf 3sat zu sehen sein. (APA/dpa)

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