Entführer drohen mit Hinrichtung von irakischem Christdemokraten

14. Februar 2005, 08:44
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Politiker mit schwedischem Pass wird offenbar seit Ende Jänner im Irak gefangen gehalten

Stockholm - Die Entführer des Ende Jänner im Irak gekidnappten irakischen christdemokratischen Politikers Minas Ibrahim Al-Yousifi drohen damit, ihr Opfer zu köpfen. Die Tochter Al-Yousifis sagte am Sonntag im schwedischen Fernsehen SVT, die Kidnapper hätten sich bei der in Schweden lebenden Familie des Chefs der Christdemokratischen Partei im Irak (CDP) gemeldet und unter anderem den Abzug der US-Truppen aus dem Irak sowie ein Lösegeld gefordert.

Außerdem warnten die Entführer laut Al-Yousifis Tochter davor, den amerikanischen Geheimdienst CIA oder Interpol einzuschalten. Al-Yousifi lebte rund 20 Jahre in Schweden, bevor er nach dem Irak-Krieg in seine Heimat zurückkehrte.

Der 60-jährige Politiker, der die schwedische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde vermutlich am 28. Jänner von Unbekannten aus Bagdad entführt. Das Hauptquartier seiner Partei befindet sich in Mosul. Al-Yousifi meldete sich vor einer Woche selbst telefonisch bei seiner Familie in Schweden und gab an, in der Hand von 15 bewaffneten Personen zu sein.

Im Irak leben heute noch rund 700.000 Christen. Den Großteil machen die mit Rom unierten Chaldäer aus. Darüber hinaus gibt es im Irak auch nicht-unierte christliche Gemeinschaften wie Assyrer und Orthodoxe. (APA)

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