Ex-Compaq-Chef gilt als HP-Kandidat

25. Februar 2005, 20:44
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MCI-Sanierer Capellas könnte zurückgetretener Fiorina nachfolgen

New York - Unter den möglichen Nachfolgern der vergangenen Dienstag zurückgetretenen Chefin von Hewlett-Packard, Carly Fiorina, fällt ein Name besonders auf: Michael Capellas, der letzte CEO von Compaq, der die Fusion mit Fiorina geplant hatte.

Kurze Zeit firmierte Capellas an Fiorinas Seite als Präsident von HP. In den vergangenen Jahren machte er sich beim Aufräumen der WorldCom-Scherben, dem größten Betrug und der größten Pleite der US-Firmengeschichte (siehe Artikel "WorldCom: Prozess um ein Milliardengrab"), einen guten Namen; derzeit ist er mit dem Verkauf des nunmehr (wieder) als MCI firmierenden Telekomunternehmens beschäftigt. Für MCI gibt es ein Übernahmeangebot von Qwest Communications; ein weiterer Interessent, Verizon Communications, scheint noch unentschlossen.

Gute Aussichten als künftige HP-Chefin hat indes eine weitere Frau, die nach dem Abgang Fiorinas die Rolle als HP-Vorsitzende übernommen hat: Das bisherige Board-Mitglied Patricia Dunn. Die frühere Journalistin und Vizevorsitzende von Barclays Global Investors ist seit 1998 Mitglied des HP-Boards und gilt als stille Drahtzieherin hinter dem Abgang Fiorinas, obwohl sie seinerzeit deren Bestellung befürwortete. Als Mitglied des Kontrollausschusses habe sie die Unfähigkeit von HP kritisiert, die nach der Fusion gesetzten Finanzziele zu erreichen, berichtete das Wall Street Journal.

Frau Fiorina soll übrigens nebst ihrer 21-Mio.-Dollar-Abfertigung noch in den Genuss weiterer Zahlungen kommen und insgesamt 42 Mio. Dollar durch ihren Abgang gewinnen - auch ihren PC darf sie behalten. (spu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.2.2005)

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