Philippinen: Mehr als 70 Tote bei Gefechten mit Islamisten

15. Februar 2005, 07:50
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1.300 Familien in Jolo auf der Flucht - Moro-Fraktion kampft mit Abu Sayaf-Rebellen

Jolo - Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen auf der Philippinen-Insel Jolo haben seit dem vergangenen Montag mehr als 60 Menschen das Leben gekostet. Außerdem flohen nach Angaben des Roten Kreuzes rund 1.300 Familien aus der Umgebung der Stadt Panamao, die am Freitag nach tagelangen Kämpfen von den Streitkräften erobert wurde. Nach offiziellen Angaben kamen dabei mindestens 24 Soldaten und 37 moslemische Rebellen ums Leben.

Am Sonntag bombardierte die Luftwaffe Stellungen der Rebellen, die sich ins Innere der Insel zurückgezogen hatten. Bei anschließenden Gefechten wurden drei Soldaten und 14 weitere Personen getötet. Nach Darstellung der Streitkräfte handelte es sich um den Beginn einer größeren Offensive.

Die Rebellen sind Anhänger von Nur Misuari, dem inhaftierten ehemaligen Anführer der Nationalen Befreiungsfront Moro (MNLF). Die MNLF schloss bereits 1996 Frieden mit der Regierung, einige Anhänger Misuaris halten sich aber nicht an das Abkommen. Derzeit kämpfen sie Seite an Seite mit der Rebellengruppe Abu Sayyaf, wie ein Sprecher dieser Gruppe in einem Radio-Interview erklärte. Nach seiner Darstellung wurden die jüngsten Kämpfe auf Jolo durch einen von Soldaten verübten Mord an einer einheimischen Familie ausgelöst. (APA/AP)

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