Kritik an "servilem" Slowenien

21. Februar 2005, 17:17
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Historiker Dusan Necak wirft Ljubljana Nachgiebigkeit vor

Ljubljana/Wien - Die Aussagen von Nationalratspräsident Andreas Khol zum Staatsvertrag und zur slowenischen Minderheit haben neben Kritik aus Ljubljana (Laibach) auch eine Debatte in Slowenien ausgelöst. Der renommierte Historiker Dusan Necak meinte, Slowenien hätte bei seiner Staatswerdung den Signatarmächten des österreichischen Staatsvertrags seinen Beitritt notifizieren sollen.

"Die Politik gegenüber Italien und Österreich war zu nachgiebig und zu servil, nur damit ein ,höheres' Ziel erreicht werden konnte (gemeint die Unterstützung des EU-Beitritts, Red.)", sagte der Lehrstuhlinhaber für Neuere Geschichte an der Laibacher Universität und Vorsitzende der slowenischen Abordnung in der österreichisch-slowenischen Historikerkonferenz zur Marburger Zeitung Vecer.

Das slowenische Außenministerium hatte scharf gegen Äußerungen Khols protestiert, wonach Slowenien kein Rechtsnachfolger Jugoslawiens hinsichtlich des Staatsvertrages sei. Daneben hatte Khol gemeint, Kindergärten und Schulen seien für die slowenische Volksgruppe in Kärnten wichtiger als zweisprachige Ortstafeln.

Atommüll-Pläne

In Kärnten sorgen unterdessen slowenische Überlegungen für Aufregung, im Stollensystem des Bergmassivs Petzen an der slowenisch-kärntnerischen Grenze ein Atommülllager zu errichten. In der grenznahen Gemeinde Crna wurden dafür wegen der in Aussicht gestellten finanziellen Vorteile Unterschriften gesammelt, der Gemeinderat sprach sich allerdings gegen das Vorhaben aus. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 14.02.2005)

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