Neue Mitte-Links-Allianz unter Prodis Führung

14. Februar 2005, 20:40
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Italienischer Oppositionschef hofft auf Sieg bei den Regionalwahlen im April mit Partei L'Unione

Rom - "L'Unione" ist der offizielle Name, mit der die Mitte-Links-Allianz des italienischen Oppositionschefs Romano Prodi bei den Regionalwahlen am 3. und 4. April antreten will. Nach langwierigen Beratungen unter den Gruppierungen des Oppositionsblocks entschlossen sich die neun Mitte-Links-Parteien für ein gemeinsames Parteisymbol - mit dem von einem Regenbogen eingefassten Wort "L'Unione" in grünen Blockbuchstaben.

"Der Regenbogen ist ein pazifistisches Symbol und ein deutlicher Hinweis auf unsere Position bezüglich der Irak-Mission", sagte der Chef der Grünen, Alfonso Pecoraro Scanio. Laut Prodi stellt der Regenbogen die Fusion aus den Symbolen aller Parteien des Mitte-Links-Blocks dar. "Jetzt können wir endlich geschlossen mit der Wahlkampagne beginnen", frohlockte Prodi.

Nach vielen Kontroversen hat sich das Mitte-Links-Lager fast überall auf gemeinsame Kandidaten geeinigt. Ein wichtiger Schritt, denn ein gutes Ergebnis im April würde Prodis Bündnis in Hinblick auf die Parlamentswahl im kommenden Jahr stärken.

"Jedes Mal, wenn wir vereint waren, haben wir Berlusconi besiegt. So wird es auch bei den Regionalwahlen sein. Während die Mitte-Rechts-Allianz streitet und sich spaltet, gründen wir hier eine große demokratische Allianz mit gemeinsamen Kandidaten in den verschiedenen Regionen. Dies geschieht zum ersten Mal bei Regionalwahlen", sagte Prodi. In den Umfragen liegt sein Bündnis fünf Prozentpunkte vor Berlusconis Regierungsblock "Haus der Freiheiten".

Der Oppositionschef kündigte ein Diskussionsforum im Internet an, an dem sich alle Bürger beteiligen können. Das Land brauche nun dringend Moral, soziale Gerechtigkeit und Wahrheit. Die "Ära der Märchen und Lügen" sei vorbei, so Prodi. Die Ankurbelung der Wirtschaft, Beschäftigung, die Zukunft des Wohlfahrtsstaates und gute Beziehungen zu den Ländern Asiens und des südlichen Mittelmeerraums sind die Eckpfeiler von Prodis Programm.

Die wirtschaftspolitische Linie Berlusconis sei total gescheitert, meinte der Ex-EU-Kommissionchef. Der Premierminister habe seine Wahlkampagne auf dem Versprechen eines neuen Wirtschaftswunders aufgebaut, dabei musste Italien eine der wirtschaftlich trübsten Phasen der letzten Jahrzehnten erleben, sagt Prodi. (APA)

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