"Die Burg": Nicht aufgeben!

22. März 2005, 16:05
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Man müsste es nur verfeinern. Echte Adelige statt adoptierte Normalsterbliche. Gaspistölchen für Burgfrauen ...

Als hätte sich Pro Sieben an Ottfried Fischer orientiert, dem Genie des Bewegungsminimalismus, der bei Maischberger von seinen kulinarischen Expeditionen berichtete: "Einmal haben ich eine schlechte Erdbeere erwischt und dann zehn Jahre lang keine mehr angerührt." Die Erdbeere von Pro Sieben ist "Die Burg" - es wird, wie man hört, keine Neuauflage des Formats geben.

"Durch die Aufteilung in Pöbel und Adel haben wir eine Situation geschaffen, die vergleichbar war mit dem Film 'Das Experiment'. War nicht unsere Absicht. Im Mittelpunkt sollte die Zeitreise stehen. Wir wurden überrascht, welche Wendung das nahm", hieß es da zerknirscht. Mit dem Verzicht auf den inszenierten Sozialboxkampf wird das Formatkind jedoch mit dem Bade ausgeschüttet.

Man müsste es nur verfeinern. Echte Adelige statt adoptierte Normalsterbliche. Gaspistölchen für Burgfrauen, die körperlicher Bedrohung ausgesetzt sind. Mit diesen und weiteren Maßnahmen müsste es klappen, probiert es nochmal, war alles halb so schlimm - gerauft wird schließlich auch in manchem Parlament. Wir wollen ab und zu dran erinnert werden, wie dünn das Eis der Zivilisation ist. (tos/DER STANDARD; Printausgabe, 14.2.2005)

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    foto: prosieben
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