Opposition vor Bildungsgipfel: "Diskussion nicht möglich"

14. Februar 2005, 11:05
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Opposition zeigt sich zu Bildungs-Reformdialog mehr als skeptisch - Grüne: Inhaltliche Diskussion "nicht möglich"

Wien - Städtebund-Generalsekretär Erich Pramböck fordert, beim "Bildungsgipfel" am Montag die bisher ausgeklammerte Frage der Finanzen zu klären. "Die Nachmittagsbetreuung würde völlig hypothetisch bleiben, wenn es keine zusätzlichen Lehrer und Finanzen für Städte und Gemeinden gibt."

Grünen-Bildungssprecher Dieter Brosz kritisiert, dass die Regierung den Reformdialog bewusst so inszeniere, "dass eine inhaltliche Diskussion nicht möglich sei". Experten würden über Prestigeprojekte von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer und nicht über die großen Probleme des Schulsystems referieren. Gehrer solle die Veranstaltung wenigstens dazu nützen, um sich zur Abschaffung der Zweidrittelmehrheit im Schulbereich zu bekennen.

Das Chaos und die Inkompetenz der Regierung sei auch an der Zahl der von ihr eingesetzten Krisengipfel und Klausuren ablesbar, erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures am Sonntag. "Drei Monate nach dem Pisa-Desaster gibt es immer noch keine Linie der Regierung zur notwendigen Schulreform."

ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka kritisiert, dass SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer den Bildungsgipfel schwänze. Das sei "unentschuldbar".

Maria Vassilakou, Chefin der Wiener Grünen, fordert einen eigenen "Wiener Schulgipfel". Vassilalou: "Die signifikant schlechten Ergebnisse an den Wiener Schulen verdeutlichen, was wir schon seit Langem kritisieren. Im Wien fehlen Lehrer und Lehrerinnen." Thema des Wiener Gipfels müsse daher die Finanzierung von zusätzlichem Lehrpersonal sein. Diskutiert gehöre aber auch, "wie man den Unterricht generell modernisiert und in Richtung Mehrsprachigkeit umstellt". (DER STANDARD, Printausgabe, 14.2.2005)

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