Meinungsfreiheit für PDF-Leser

14. Mai 2005, 20:16
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Adobe Reader 7.0 - Die kostenlose Lese-Software für PDF-Dateien mit allerlei neuen Möglichkeiten - Ein Überblick

Die kostenlose Lese-Software für PDF-Dateien ermöglicht erstmals auch die Bearbeitung von Dokumenten. "Sie können diesem Dokument Kommentare und Markierungen hinzufügen", meldet der neue Adobe Reader 7.0 beim Öffnen einer PDF-Datei - falls die entsprechende Funktion beim Erstellen der Datei mit dem Programm Adobe Acrobat 7.0 aktiviert wurde. Bisher konnte man mit dem Adobe Reader PDF-Dokumente nur lesen und ausdrucken.

Jetzt lassen sich gelbe Notizzettel in das Dokument einfügen, die den Namen des Verfassers und das Datum festhalten. Mit unterschiedlichen Grafiken bis hin zu einer frei gezeichneten "Kommentarwolke" kann man mehrere Anmerkungen voneinander abheben. Textpassagen werden durchgestrichen und mit neuem Text ersetzt - dabei bleiben alle Änderungen nachvollziehbar. Auch eine Rechtschreibprüfung gibt es für die Anmerkungen - damit es nicht zu peinlichen Schreibfehlern kommt, wenn man vom Chef aufgefordert wird, zu einer PDF-Vorlage Stellung zu nehmen. Ist ein Mikrofon am Computer angeschlossen, kann man ein PDF-Dokument auch mit einem gesprochenen Kommentar versehen. Bilder oder andere Dateien beliebigen Formats werden in Form eines Dateianhangs in das PDF-Dokument eingebunden.

"Akzeptiert" oder "abgelehnt"

Das geänderte PDF-Dokument kann nun gespeichert, ausgedruckt oder als E-Mail verschickt werden. Auch lassen sich die Kommentare gesondert in einer Datei festhalten. Der Empfänger ruft diese auf und hat nun die Möglichkeit, jede Anmerkung mit einem Status wie "akzeptiert" oder "abgelehnt" zu versehen oder in einer eigenen Notiz darauf zu antworten. Diese Art von elektronischer Bearbeitung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn mehrere Teilnehmer eines Projekts um ihre Vorschläge gebeten werden. Der Projektleiter kann die Anmerkungen aller Beteiligten im Originaldokument aufrufen und sich in einer Kommentarliste übersichtlich anzeigen lassen. Wenn das PDF-Dokument mit der Textverarbeitung Microsoft Word erstellt wurde, kann man die Ergänzungen auch in das Ausgangsdokument übertragen und dort einfügen.

Neue Möglichkeiten

Die neuen Möglichkeiten von PDF für Kommunikation und Zusammenarbeit sind nicht die einzigen Neuerungen von Adobe Acrobat 7.0 - angesichts preiswerter Alternativen für die schlichte Erstellung von PDF-Dokumenten musste sich Adobe auch etwas einfallen lassen, um die führende Stellung seiner PDF-Software zu erhalten. Ein neuer "Organizer" dient als eine Art Dateimanager für PDF-Dokumente: Hier werden die in den zurückliegenden Monaten geöffneten Dateien ebenso übersichtlich angezeigt wie die PDFs auf der Festplatte. Außerdem können im Organizer Sammlungen von inhaltlich aufeinander bezogenen, aber an unterschiedlichen Orten abgelegten PDF-Dateien angelegt werden.

Ganze Mail-Ordner in eine PDF-Sammeldatei umwandeln

Zusammen mit Microsoft Outlook kann Acrobat 7.0 ganze Mail-Ordner in eine PDF-Sammeldatei umwandeln. Dabei werden automatisch Lesezeichen eingerichtet, so dass man die Mails weiter nach Name, Datum oder Betreffzeile sortieren kann. Damit lassen sich regelmäßige Monatsarchive des E-Mail-Verkehrs anlegen.

Der als gesondertes Programm entwickelte Adobe Designer erstellt PDF-Formulare, deren Daten an eine Mail-Adresse geschickt oder einer Web-Anwendung übergeben werden. Ein Assistent und mehrere Vorlagen helfen dem Einsteiger dabei, schnell zu Ergebnissen zu kommen. Die Formularfelder können mit den in einem XML-Schema definierten Bedingungen für Datenformate verknüpft werden. Die über das Formular gesammelten Daten gehen dann in eine entsprechende XML-Datei ein.

Security

Weiter entwickelt wurden auch die Sicherheitsfunktionen des Programms. Bei einer Anbindung an die entsprechende Server-Software Adobe LifeCycle Policy Server kann man nicht nur die Berechtigungen für das Drucken und Kopieren von PDF-Dokumenten einschränken, sondern auch die zeitliche Nutzungsdauer begrenzen. So lässt sich mit Acrobat 7 festlegen, dass der eine Nutzer ein PDF-Dokument fünf Tage lesen kann, während der Zugriff für einen anderen zehn Tage möglich sein soll.

Ab Windows 2000 oder Mac OS X

Adobe Acrobat gibt es sowohl für Windows (ab 2000) als auch für Mac (ab OS X). Beim Arbeitsspeicher werden mindestens 256 MB empfohlen. Auf der Festplatte werden 460 MB an Daten abgelegt. Die Standard-Version des Programms kostet 405 Euro. Die Beteiligung von Reader-Anwendern an Arbeitsprojekten ist aber nur mit Adobe Acrobat Professional möglich, das zu einem Preis von 648 Euro vertrieben wird.

Photoshop-Album

Der kostenlose Reader gibt auch Filme, Animationen und Audiodateien wieder, zeigt Diashows an, die mit dem Photoshop-Album von Adobe erstellt wurden, und dient schließlich als Leseprogramm für digitale Bücher im eBook-Format von Adobe. Adobe bietet einen Paket-Download des Readers an, bei dem auch gleich die gemeinsame Browser-Werkzeugleiste von Adobe und Yahoo sowie die Starter-Edition des Photoshop-Albums dabei sind. Das Paket hat einen Download-Umfang von mehr als 28 MB - beim Reader allein sind es 21,5 MB.(APA/AP/red)

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